Weltklasse-Flechter mit Werk beeindruckt

von Redaktion

Dass sie zu den weltbesten Flechterinnen gehört, hat sie jetzt auch schwarz auf weiß: Christine Krabichler aus Bad Aibling belegte mit einer vielbeachteten Arbeit beim Weltflechtfestival im polnischen Nowy Tomysl den ersten Platz.

Bad Aibling – Nur alle vier Jahre findet das Weltflechtfestival statt. Denn der Aufwand, diese Veranstaltung zu organisieren, bei der sich die besten Flechter aller Herren Länder treffen, ist enorm aufwendig. Eine der allerbesten war heuer Christine Krabichler aus Bad Aibling: Mit ihrem Lampenschirm aus Spiral- beziehungsweise Glockengeflecht holte sie sich den ersten Platz in der Kategorie „Traditionelle dekorative Form“.

120 Teilnehmer aus 80 Nationen und allen fünf Kontinenten sind bei diesem Festival vertreten und bestreiten in fünf verschiedenen Kategorien den Wettbewerb. „Festivalkommissar Andrej Pawlak und das Organisationskomitee benötigen vier Jahre Vorbereitungszeit, um dieses einzigartige Event für alle Flechter und Flechtbegeisterte durchführen zu können und allen Anforderungen, was solch eine Großveranstaltung mit sich bringt, gerecht zu werden“, weiß Christine Krabichler.

Hunderte interessierte Besucher kamen an diesen drei Tagen nach Nowy Tomysl, um einen Einblick in das Flechthandwerk zu bekommen und hautnah mitzuerleben, wie Flechter aus aller Welt mit eigenen Händen die unterschiedlichsten Objekte erschaffen.

Jeder Korb ist handgemacht

„Bis heute gibt es keine Maschine der Welt, die einen Korb produzieren kann. Jeder Korb ist ,handgemacht‘“, beschreibt Christine Krabichler eine der vielen faszinierenden Aspekte, die diese Kunst ausmachen.

In diesem Jahr fiel es der sechsköpfigen Jury, zusammengesetzt aus Flechtmeistern, die aus traditionellen Flechtbetrieben kommen, besonders schwer, die Gewinner dieses Wettbewerbs zu ermitteln. Die entstandenen Flechtarbeiten waren qualitativ sehr hochwertig und kreativ. Alle bei dieser Veranstaltung entstandenen Flechtwerke und Objekte, die in einer eigenständigen Kategorie „eingesandte Flechtarbeiten“ teilnahmen, bleiben an diesem Ort. Sie werden vom Museum in Nowy Tomysl verwaltet und sind der Öffentlichkeit zugänglich. So auch der Lampenschirm von Christine Krabichler, der beim Festival eines der meistfotografierten Objekte war. Flechthandwerk ist immaterielles Unesco-Weltkulturerbe. Das Flechten zählt zu den ältesten handwerklichen Tätigkeiten der Menschheit und ist auf der ganzen Welt verbreitet. So wurden beispielsweise in den Trockengebieten des Nahen Ostens 12000 Jahre alte Körbe gefunden.

Artikel 1 von 11