Lapidare Auskunft, dass der Bus nicht kommt

von Redaktion

Was mich freut/Was mich ärgert: Ziel Sachrang, aber gestrandet in Bernau

Sachrang/Bernau – Elisabeth Wirth wohnt in Gröbenzell und hat ein Ferienhaus in Sachrang/Naturdorf, einen Steinwurf von der Grenze zu Österreich entfernt. Gependelt wird mit Bahn und Bus. Was im Sommer gründlich schief ging:

Das Ehepaar Wirth kam mit dem Zug um 8.50 Uhr in Bernau an, wollte um 9.19 Uhr mit dem Bus weiter. Der fährt über Aschau und Sachrang nach Oberaudorf – perfekt für die Fahrt ins Feriendomizil. Allein: Der Bus kam nicht. „Wir wurden von Minute zu Minute nervöser, zumal ein Handwerker auf uns wartete“, so Elisabeth Wirth.

Spontane Hilfe

aus der Nachbarschaft

Eine halbe Stunde nach der geplanten Abfahrt des Busses rief Elisabeth Wirth beim RVO an, erhielt die lapidare Auskunft, dass der Bus bereits in Aschau sei. Der nächste Bus nach Aschau ginge um 11 Uhr, über eine Stunde später. „Was uns nichts nutzt, denn von Aschau nach Sachrang-Naturdorf fährt der Bus erst um 13.30 Uhr.“

Glück im Unglück: Eine Frau, die direkt neben der Bushaltestelle wohnt und den Ärger des Ehepaares Wirth miterlebte, erklärte sich spontan bereit, die beiden zu ihrem Feriendomizil zu fahren. Knapp 20 Kilometer, knapp 25 Minuten in eine Richtung.

Dort angekommen, war der Ärger noch nicht ausgestanden. Elisabeth Wirth rief bei der Busfirma an. Dort bekam sie im Büro die Auskunft, dass die Straße zum Bernauer Bahnhof so zugeparkt gewesen sei, dass der Bus nicht durchkam. „Was für eine Farce! Während wir warteten, kam der Chiemsee-Ringbus mit Fahrradanhänger. Der ist wohl über die parkenden Autos geflogen?“ Das sei ja wohl eine faule Ausrede gewesen.

Der Bus, der sie dann in die Gegenrichtung brachte, also von Sachrang nach Bernau, der sei allerdings super pünktlich gewesen. Dennoch könne es nicht sein, dass in einem Tourismusgebiet in der Ferienzeit ein Bus einfach ausfalle.

Das sollte natürlich nicht geschehen und sei überhaupt nicht gut, stimmt Firmenchef Gerhard Reiter zu. Sein Unternehmen fahre die Haltestelle allerdings nur einmal am Tag an. Da könne es schon mal passieren, dass ein Fahrer vergesse, abzubiegen. „Sollte nicht sein, ist für meine Begriffe aber menschlich“, sagt Reiter. „Wir können dann aber auch nicht mehr tun, als uns zu entschuldigen. Das ist auch geschehen. Aber das war der Dame wohl nicht genug.“syl

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