Rohrdorf – „Unter dem Schottenrock ist gar nichts….“ beginnt ein bekannter Song von Niko Haak, „da ist nichts und da war nichts“. Von wegen! Jede Menge Gaudi, Geschicklichkeit und sportliche Herausforderungen, jedenfalls bei den Schottenrockträgern, egal ob Männer oder Frauen, ja sogar Kindern, die bei den dritten Highland Games in Rohrdorf am vergangenen Sonntag am Start, beziehungsweise dabei waren.
Entstanden bei
den Clan-Treffen
Die Highland Games sind traditionelle Veranstaltungen mit sportlichen Wettkämpfen. Sie waren ursprünglich Bestandteil der Treffen schottischer Clans im schottischen Hochland. Dort sind sie auch heute zu Hause, finden sich aber auch weltweit überall, wo sich Schotten angesiedelt haben.
Die Jungbauernschaft Rohrdorf um ihren Ersten Vorsitzenden Florian Knoll hat sich mächtig ins Zeug gelegt und in der Nähe des Feuerwehrhauses einen Parcours mit fünf Disziplinen aufgebaut, damit Rohrdorf für einen Tag Schottland ist. Nicht nur in Rohrdorf, auch in Nachbargemeinden, ja deutschlandweit erfreuen sich diese Wettbewerbe großer Beliebtheit.
Irxenschmoiz und Treffsicherheit
Da musste schon „Irxenschmoiz“ und Balance her, um zum Beispiel ein Lastwagenrad, bei mancher Teilnehmerin fast „auf Augenhöhe“, im Slalom und über eine Wippe möglichst schnell ins Ziel zu rollen, wahrlich keine leichte Aufgabe. Die dann ein Team-Mitstreiter oder eine Mitstreiterin mit Nageln weiterführen musste. Nicht mit der Breitseite, sondern mit der Spitze des Hammers, da war Treffsicherheit gefordert. Dabei schauten die Schiedsrichter, selbst alle im Kilt (Schottenrock), genau drauf, ob „der Nagel wirklich drin is“.
„Lasst´s de „fünf windigen Wogscheidl“, die „Gummibierbande“, „Schock im Rock“ oder „Hennahaufa“ bitte in de Arena“, so oder ähnlich kündigten die pfiffigen Moderatoren Markus Hollinger und André Sigl die einzelnen Teams an, die fünf Disziplinen zu bewältigen hatten. Insgesamt waren es neun Männer- und acht Frauenteams zu je sechs Personen.
Dabei galt es „Bierle zupfen“, fünf Teammitglieder müssen nacheinander ein volles Krügerl schnellstmöglich austrinken, „Strick ziang“, auf Kommando das andere Team über eine Linie in die eigene Hälfte ziehen, „Bam schmeißn“, Männer einen Stamm mit circa 3,80 Metern und 35 Kilogramm, Frauen einen mit etwa 2,80 Metern und 18 Kilogramm möglichst weit werfen, „Eierwixn“, ein rohes Ei möglichst unversehrt zum „Cätscha“ werfen und eben „Lastwagenrad rollen mit Nageln“. Lautstark wurden alle von rund 400 Zuschauern angefeuert, zwischendurch schwappte sogar La Ola.
Beide Siegerteams Wiederholungstäter
Als „Weltpremiere“ bezeichnete „da Gwaxe“, so sein Künstlername, bei der Siegerehrung vier punktgleiche Damenteams auf dem zweiten Platz. „Mia ham blos oan Pokal, dann kriagt´n jeda hoit jeweils drei Monat lang“, schlug er schottisch sparsam vor.
Das Damenteam „Gega uns hätt´n mi a gwunna“ (Rohrdorf-Thansau) und bei den Herren „Fitnessteam Daasau Neikirch“ (überwiegend aus Neukirchen) gingen als jubelnde Sieger hervor. Beide sind übrigens Triple-Sieger, sie gewannen bisher alle drei Turniere in Rohrdorf.