Aschau – Die Zukunft der offenen Jugendarbeit in Aschau ist ungewiss. Wenn die alte Sporthalle abgerissen wird, dann wird mit ihr auch der bisherige Jugendraum abgerissen. Ein Ersatz oder eine Ausweichlösung sind nicht in Sicht.
Die Gesamtsituation ist unbefriedigend
Der Einbau eines neuen Jugendraumes in die neue Sporthalle ist nach dem Bürgerbegehren und nach dem Abspecken der früheren Planungen nicht mehr vorgesehen. Auf Vorschlag der beiden Jugendbeauftragten der Gemeinde Aschau, Marco Weiser und Philipp Sanner, berichteten die beiden Vertreterinnen der Diakonie, Melanie Beck und Kerstin Kapitz, über die Gesamtsituation in der offenen Jugendarbeit in Aschau.
Wegen der unklaren Gesamtlage über die Zukunft und den weiteren Erhalt des Jugendraums werde das Angebot in der ehemaligen Hausmeisterwohnung der Sporthalle nur noch von wenigen Kindern und Jugendlichen genützt. Da Aschau mit seinen vielen Vereinen ein breit gefächertes und weitreichendes Angebot für seine Kinder und Jugendlichen bereithalte und das Angebot der offenen T-Stube in Prien für alle Angehörigen des Schulverbandes gelte, blieben für die offene Jugendarbeit in der ganzen Gemeinde nur noch wenige Teilnehmer über.
Zudem sei der Jugendraum nur drei Stunden in der Woche geöffnet, das sei für eine nachhaltige Jugendarbeit schlicht und einfach zu wenig. Kerstin Kapitz monierte, dass die Einrichtung zu weit außerhalb des Dorfkerns sei und kein Hinweis auf den Jugendtreff hindeute. Erst wenn man unmittelbar an der Eingangstür stehe, gebe es eine Aufschrift „Jugendzentrum“.
Fachbereichsleiterin Elisabeth Linhuber wies darauf hin, dass der Jugendtreff früher im Bahnhofsgebäude mitten im Ort gewesen sei; nach vielen und massiven Beschwerden aus der Nachbarschaft habe man die Einrichtung vor fast 20 Jahren in die freistehende ehemalige Hausmeisterwohnung der Sporthalle am Ortsrand verlegt.
Der Standort sei den Aschauern allgemein bekannt, liegen doch in unmittelbarer Nachbarschaft die beiden Kindergärten und der Sportplatz. Sowohl mit dem Fahrrad als auch zu Fuß sei es kein Problem, so Linhuber, den Weg dorthin zu finden und auch mithilfe von Google sei es möglich.
Drei Stunden pro Woche sind zu wenig
Bürgermeister Peter Solnar erklärte, dass eine Intensivierung der Jugendarbeit dringend notwendig sei, ein Jugendzentrum, das nur drei Stunden pro Woche geöffnet sei, biete zu wenige Anreize. Das müsse in Zukunft ausgebaut werden.
Das Gremium sah zum jetzigen Zeitpunkt keine Änderungsmöglichkeit, kein Gemeinderat konnte einen konkreten Vorschlag für einen künftigen Standort und den weiteren Verbleib der Einrichtung machen.
Ohne Gegenstimme wurde die Entscheidung über einen anderen Standort oder über den weiteren Betrieb des Jugendzentrums auf einen späteren Zeitpunkt verschoben.