Seit 70 Jahren Basis am Brünnstein

von Redaktion

Bergwacht Oberaudorf feiert Hütten-Jubiläum mit Gedenkmesse am 3. Oktober

Oberaudorf – Seit sieben Jahrzehnten ist die Diensthütte „Brünntal“ der Bergwacht Oberaudorf ein wichtiger Stützpunkt am Oberaudorfer Hausberg Brünnstein. Das Jubiläum wird am Donnerstag, 3. Oktober, um 11 Uhr mit einer Gedenkmesse gefeiert. Zelebrant ist Pater Raoul, langjähriger Priester im Kloster Reisach und nun Prior des Karmelitenkloster St. Thersia in München-Neuhausen. Der Gottesdienst wird von der „Seilschaft-Musi“ der Bergsteigergruppe Oberaudorf umrahmt, die gleichzeitig ihr 70-jähriges Bestehen feiern kann. Nach dem Gottesdienst ist gesellige Feier mit Bewirtung bei der Bergwacht-Hütte geplant.

Bergwacht seit
1929 in Oberaudorf

Seit 1879 besteht in Oberaudorf eine „Alpine Rettungsstelle“. 1920 wurde die Bergwacht gegründet und neun Jahre später in Oberaudorf eine Ortsgruppe. In den folgenden Jahren erhielt die Bergwacht verschiedene Bezeichnungen: „Deutsche Alpenverein-Bergwacht“, „Deutsche Bergwacht“, „Alpenvereins-Bergwacht“ sowie „Gebirgs-Unfall-Dienst GUD“. Nach dem Krieg schloss sich die Bergwacht dem Roten Kreuz an.

Für den Rettungsdienst gepachtet werden konnten am Brünnstein als Stützpunkte die Lederer-Alm in Längau sowie die Kapellen-Alm am Unterberg. Ständige Unfall-Hilfsstellen gab es im Brünnsteinhaus sowie im Gasthaus „Hocheck“.

Das vorwiegende Einsatzgebiet der Bergwacht Oberaudorf war in früheren Jahren im Sommer wie im Winter der Brünnstein. Die Bergrettungseinsätze wurden anfangs nur vom Tal aus organisiert. Da die Bergwacht Oberaudorf noch keine eigene Hütte hatte, kam es zwischen Alpenverein und Bergwacht zur Vereinbarung, dass das Zimmer Nummer fünf des Brünnsteinhauses für die Audorfer Bergwachtler reserviert wird. Die meisten Bergwachtmänner arbeiteten zu jener Zeit auch an Samstaggen noch bis zum Abend. Als sie dann oft schon in der Finsternis aufs Brünnsteinhaus kamen, waren die Zimmer – einschließlich des Fünfer-Lagers – belegt. Die Missstände wurden bei der Alpenvereins-Sektion Rosenheim reklamiert, brachten aber keine Besserung der Verhältnisse.

In dieser Zeit wurde der Bergwacht Oberaudorf klar: Es musste eine eigene Diensthütte geschaffen werden. Der damalige Oberaudorfer Bereitschaftsleiter Hans Randl ergriff die Initiative und bemühte sich darum, die Voraussetzungen für einen Hüttenbau zu schaffen. 1947 wurden Anträge beim Referat Bergwacht im BRK-Präsidium gestellt und auch befürwortet.

Die Gemeinde Oberaudorf stellte am Fahrweg zum Brünnsteinhaus pachtweise ein Grundstück zur Verfügung. Trotz nicht rosiger Vorzeichen nach Kriegsende und Währungsreform konnte im Mai 1948 mit dem Bau begonnen werden. Nach Bewältigung zahlreicher Probleme war das Ziel erreicht und die Hütte fertiggestellt: Die „Brünntal-Hütte“ konnte am 19. Juli 1949 eingeweiht werden.

Gepflegte Hüttenromantik

Im Laufe der Jahrzehnte erlebte sie mehrere Umbau-, Ausbau- und Sanierungsarbeiten. Es entstanden Vorraum, Schlafraum, Geräteraum, Holzschuppen, Waschraum und ein WC. Fließendes Wasser und Solarstrom hielten Einzug. Die Diensthütte wurde stets mit einer gepflegten Hüttenromantik ausgestattet. Jeder Hüttenwart war stets bemüht, dass die „Brünntal-Diensthütte“ ein Vorzeige-Objekt ist und bleibt.

Eine besondere Notiz wert ist der 6. Juli 2006. Zu diesem Termin konnte die Diensthütte der Bergwacht Oberaudorf, bis zu diesem Tag im Besitz des Bayerischen Roten Kreuzes, vom Kreisverband Rosenheim an die Bergwacht Oberaudorf übergeben werden. Nach langen Verhandlungen kam es dank der Befürwortung durch den damaligen Kreisverbands-Vorsitzenden Karl-Heinrich Zeuner zum Vertragsabschluss.

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