Kiefersfelden – Seit einem Vierteljahrhundert machen sie Musik in der Region, die Formation Gießenbachklang; ein Name, der allein schon nach Musik und Harmonie klingt. Gründungsmitglied Markus Schmid erinnert sich an das Jahr 1994, „als wir eher durch Zufall auf den Gedanken gekommen sind, die Musikformation zu gründen“.
Vollblut-Musikanten
im Dauereinsatz
Anlass war ein Gottesdienst in der König-Otto-Kapelle für die Jugend-Trachtengruppe des Trachtenvereins GTEV Grenzlandler, „zu dem eine Bläsergruppe zusammengestellt worden war“. Und eben daraus entwickelte sich schnell eine gewisse musikalische Dynamik „und wir haben uns dann in geselliger Runde weiter in unregelmäßigen Abständen getroffen, musiziert und sind bis heute zusammengeblieben. Wir, das waren Joachim Buchmann, Florian Schwaiger, Sebastian Bleier, Markus Schmid, Sebastian Hartinger und der leider schon verstorbene Sebastian Wallner“.
Da alle Gründungsmitglieder auch in der Musikkapelle Kiefersfelden schon lange Jahre aktiv waren, „gab´s bei uns kein musikalisches Fremdeln“. Allerdings bleibt „Gießenbachklang“ wenig Zeit für Proben und Übungsabende, „denn aus zeitlichen Gründen spielen wir relativ selten aber immer sehr gerne. Es ist für uns immer wieder schön, zusammenzukommen und bei Veranstaltungen aufspielen zu können“.
Keine volkstümliche
Unterhaltungsmusik
Das Repertoire der fünfköpfigen Musikergruppe umfasst ausschließlich „überlieferte, traditionelle bayerische Volksmusik, wir spielen keine volkstümliche Unterhaltungsmusik“, so Markus Schmid. „Für uns ist die Bewahrung der bayerischen Tradition sehr wichtig und darum treten wir auch nur bei traditionellen Festen und religiösen Veranstaltungen auf“.
Auf eine weitere Besonderheit weist Markus Schmid hin: „Das Weisenblasen mit fünf Blechbläsern und Harfenbegleitung ist keine einfache Aufgabe für uns, da es eine exakte Abstimmung in Musik und Gefühl geben muss“.
Das Weisenblasen ist erst in den letzten Jahren sehr bekannt und beliebt geworden, weil es die Abwechslung bei musikalischen Veranstaltungen fördert. Es ist als brauchtümlicher, musikalischer Auftritt im Zusammenhang mit Hochzeiten, Bergmessen und traditionellen Veranstaltungen wieder im Kommen und erfreut sich großer Beliebtheit.
Die Weisenbläsergruppen treten dabei aus zumeist größeren Formationen wie Musikkapellen heraus und Blasen frei und ohne Noten, brechen also mehr oder weniger aus dem Korsett strenger Formationen und Noten aus. Gute Weisenbläser tragen ihre Stücke so vor, als würden sie gesungen.
Jedes Jahr ein musikalischer Höhepunkt ist für Gießenbachklang der Auftritt beim „Kirtafest“ des örtlichen Trachtenvereins „Grenzlandler“ vor dem Heimatmuseum „Blaahaus“. „Das ist für uns schon so etwas wie ein musikalisches Bedürfnis und dient auch der Wahrung der bayerischen Tradition“.
Und die spricht auch aus ihrer außergewöhnlichen Tracht, die man sich schon genau anschauen sollte bei ihren raren Auftritten. „Wir wollen mit unserer Kleidung die historische Inntaler Tracht wiederbeleben. Die Anfertigung der Kleidungsstücke geschieht ausschließlich in Einzelanfertigung, ist relativ teuer und langwierig.
Teilweise haben wir dabei selbst mit Hand angelegt“, erinnern sich die Musikanten. Insgesamt spielen die Musiker elf verschiedene Instrumente und so können sie bei den Veranstaltungen ihre Musik variieren, „sie klingt immer wieder anders, da wir die Instrumente wechseln“.
An zwei wichtige Ereignisse erinnert sich Markus Schmid immer wieder. Da war zum einen der plötzliche Tod des Bassisten Sebastian Wallner in 2014, also im Jahre ihres 20-jährigen Jubiläums, „das war für uns alle wirklich einschneidend und ist für uns heute noch sehr traurig.“
Mit Freude denken er und seine Musikerkollegen an den Auftritt beim Österreichischen Rundfunk „ORF“ in der Sendung „Klingendes Österreich“, wo die Formation auf dem Gipfel des Wendelsteins aufspielte. Heuer nun wurde im Rahmen des Kieferer Pfarrfestes im Kurpark das 25-jährige Jubiläum mit zahlreichen Ehrengästen wie Bürgermeister Hajo Gruber und Pfarrer Hans Huber gefeiert.
Auf der Bühne unterstützt wurde Gießenbachklang dabei musikalisch von ihren Freunden aus dem Bayerischen Wald, der Formation „Äff-tam-tam-Musik“.