Stephanskirchen – Die Grund- und Mittelschule Stephanskirchen startete als eine von acht Mittelschulen in Bayern ihr zweijähriges internationales Austauschprojekt im Rahmen des Erasmus+-Programmes mit einem italienischen Schulverbund in Argenta in der Nähe von Bologna. Unter Anwesenheit von Bürgermeister Rainer Auer und Schulrätin Marion Zoudlik sowie des Kollegiums der Schule wurde in einer feierlichen Stunde die offizielle Plakette in der Aula der Schule angebracht. Viele kennen Erasmus+ nur im universitären Kontext; tatsächlich vereint Erasmus+ sieben zuvor separate Programme und ermöglicht durch umfangreiche finanzielle Unterstützung, mehr als vier Millionen Europäern, zum Beispiel Studenten, Schülern oder Lehrpersonal, im Ausland Erfahrungen zu sammeln.
Schulen
verknüpfen sich
Erasmus+ unterstützt dabei keinen klassischen Schüleraustausch, der nur aus Besuch und Gegenbesuch besteht, sondern Projekte mit Zielen im Sinne des Programmleitfadens, bei denen auch zwischen den sogenannten „Mobilitäten“ Projektaktivitäten in den jeweiligen Schulen stattfinden.
Insgesamt können sich in einem Projekt bis zu sechs europäische Schulen miteinander verknüpfen, wobei die Schule in Stephanskirchen erst einmal klein anfangen will. Ein möglicher Partner für die Otfried-Preußler-Mittelschule (OPS) war schnell gefunden, da die italienische Schule über Susi Kurz – frühere Gemeindeassistentin im Pfarrverbund Prutting-Schwabering und jetzt Religionslehrerin in Italien – schon vor zwei Jahren einen Kontakt mit der Schule in Stephanskirchen herstellte. Ebenso fand sich schnell ein Projektthema, da beide Schulen die interkulturellen Kompetenzen ihrer Schüler, wie die Sprechfähigkeit in Englisch, Empathiefähigkeit und Konfliktbewältigung, erhöhen möchten. Dadurch sollen sie auf künftige interkulturelle Begegnungen – auch im schulischen Kontext – besser vorbereitet sein.
Landesgemischte
Kleingruppen
Dazu wird es in den zwei Jahren insgesamt vier je zweiwöchige Schülerbegegnungen geben – zwei in Italien und zwei in Deutschland. Die Schüler wohnen in Gastfamilien. Bei jedem Besuch findet in der ersten Woche ein Englisch-Intensivkurs in landesgemischten Kleingruppen statt, den italienische und begleitende deutschen Lehrer, sowie externe Sprachtrainer durchführen. Die zweite Woche ist gefüllt mit einem Kulturprogramm. In den Monaten zwischen den Besuchen fertigen die Schüler einen Reiseführer über die Gegend der Partnerschule an – im Fall der Stephanskirchener über die Region Emilia-Romagna, wobei sich die Teilnehmer der Partnerschulen über die Online-Plattform „eTwinning“ gegenseitig absprechen und unterstützen. Dabei verbessern sie nicht nur ihre Englischkenntnisse, sondern üben sich auch in Gestaltung und im Umgang mit Medien.
Damit möglichst alle Schüler von dem Projekt profitieren, wird es in den nächsten beiden Jahren gegenseitige Unterrichtshospitationen in Italien und Deutschland geben. Die nötigen Absprachen mit dem Kollegium und der italienischen Schule, sowie die Antragstellung waren für den Erasmus+-Neuling zwar sehr langwierig und zeitintensiv; umso mehr freute sich die Schulfamilie der OPS dann über die Bewilligung des Antrags im Juli.
Nachdem sich beide Schulen über das Programm einig waren, fehlten nur noch die Bewerber, die nicht so leicht zu finden waren – und das, obwohl das Programm für die Schüler kostenlos ist. Umso mehr freuten sich die Lehrkräfte über knapp 20 wissbegierige und mutige Bewerber, von denen im ersten Projektjahr letztlich elf am Austausch teilnehmen können.