Kienberg – Florian Bernauer lässt auf seinem Acker in Gauing in der Gemeinde Kienberg ein riesiges Herz aus Sonnenblumen für seine Silvia wachsen. Zu sehen ist das 400 mal 400 Meter große Symbol der Zuneigung aber nur aus der Luft.
Ein Herz fürs Herzerl, lass Blumen sprechen, oder wenn die Liebe Wurzeln schlägt – für den ausgefallenen Liebesbeweis von Florian Bernauer gäbe es viele Überschriften.
Fest steht: Die Idee zur Hochzeit, ein gelbes Herz aus Sonnenblumen auf dem Acker neben dem Wohnhaus erblühen zu lassen, war sicher nicht alltäglich und auf jeden Fall hochgradig romantisch. „Vor allem in der ursprünglich angedachten Form“, lacht Silvia Bernauer. „Denn eigentlich sollte das nur ein kleines Herz von etwa drei auf vier Metern werden, in das wir uns an unserem Hochzeitstag fürs Hochzeitsfoto reinsetzen wollten“.
Doch dann sei die Männerrunde ins Spiel gekommen und das Projekt „ein Herz im Kornfeld“ oder besser gesagt im Hirsefeld habe Fahrt aufgenommen. Mit ins Boot geholt wurden Spezl Julius Kapsner, der die Fläche schon seit längerem gepachtet hat und Lorenz Langlechner und Fritz Picherer von der BayWa. Letztere waren für die technische Unterstützung gefragt. „Es war die erste Anfrage dieser Art“ schmunzelt Langlechner. Doch die Idee sei so nett gewesen und deshalb habe man die Herausforderung gerne angenommen. Die Aktion habe nämlich schon ein bisschen Vorbereitung gebraucht, doch für die beiden Agrarspezialisten war das letztlich kein Problem.
Mit der entsprechenden Agrar-Software wurden die herzförmigen Spurlinien am Computer simuliert und angelegt. Anschließend wurden die Daten auf das Traktor-Terminal aufgespielt. Den Rest erledigte dann Julius Kapsner. Nachdem auf der Konturfläche die bereits vorher gesäte Hirse entfernt war, fuhr er technisch gut präpariert und mit fahrerischem Geschick mit seinem Traktor mit installiertem GPS-gestützten Lenksystem die Konturen bei der Aussaat zentimetergenau ab. Ab da war nur noch Geduld gefragt.
Das Ergebnis kann sich sehen lassen, auch wenn das Gelb der Blüten aufgrund von Wind und Regengüssen Anfang September am Hochzeitstag noch nicht voll zur Entfaltung kam. Die Kombination der sehr unterschiedlichen Grüntöne von Hirse und Sonnenblumen ergibt auch so schöne Farbkontraste.
So strahlte das überdimensionale Liebessymbol in leuchtendem Grün und wurde seither längst zum Hingucker. Vor allem aus der Luft. „In letzter Zeit kommen hier mehr Segelflieger und Ballonfahrer vorbei als sonst. Wahrscheinlich hat sich herumgesprochen, dass es hier was Besonderes zu sehen gibt“, erzählt Florian Bernauer und freut sich, dass seine Idee so gut angekommen ist.