Egglkofen – Am westlichen Rand des Schlossparks liegt die Heiligkreuzkapelle auf einer künstlichen Anhöhe. Der Bildhauer August Weckbecker, Professor an der Münchner Akademie der Schönen Künste, errichtete den einschiffigen Kapellenbau vor 100 Jahren im Stil des Späthistorismus über der Familiengruft derer von Montgelas.
Stiftung für den Erhalt der Schlossanlage
Nachdem Maximilian Graf von Montgelas das Schloss Egglkofen erworben hatte, wurde der im Kern wohl mittelalterliche, nach 1648 wiederaufgebaute Bau nach Plänen von Jean-Baptiste Métivier gotisiert. Die Heiligkreuzkapelle ließen Reichsgraf Joseph von Montgelas und Marie Gräfin von Montgelas in Gedenken an die 1915 in München verstorbene Amelie von Auer, eine geborene Gräfin von Seinsheim und verwitwete Gräfin von Montgelas, und ihren im Jahr darauf verstorbenen Ehemann Adolf von Auer errichten.
Die Kapelle diente seither auch als Ruhestätte für die Angehörigen und Nachkommen der Familie. Hier fand 2015 auch Rudolf-Konrad Graf von Montgelas seine letzte Ruhestätte. Er hatte im November 2011 eine gemeinnützige Stiftung gegründet, deren Zweck auch der Erhalt der Egglkofener Schlossanlage ist. Als erste Maßnahme wurde die Generalsanierung der Heiligkreuzkapelle in Angriff genommen. „Rudolf-Konrad Graf von Montgelas hätte den Abschluss der Renovierungsarbeiten noch gerne miterlebt“, bedauert Architekt Stephan Birnkammer, der Vorstandsmitglied der Graf-von-Montgelas-Stiftung ist und die Renovierung beaufsichtigte.
Die vorbereitenden Arbeiten für die Generalsanierung begannen im November 2013. Zuerst stimmte sich Architekt Stephan Birnkammer mit dem Landesamt für Denkmalpflege ab, dann folgten die notwendigen Voruntersuchungen. Die Genehmigung für die Sanierung und die Neugestaltung des rückwärtigen Eingangs zur Montgelas’schen Gruft wurde im Mai 2015 erteilt.
Im Sommer 2015 begannen die Sanierungsarbeiten. Zuerst wurden außen die Stauden, der Zaun und die Stufen aus alten Bahnschwellen entfernt. Dann ging es daran, die Gruft zu restaurieren. Dort wurden der Eingang erneuert, innen neu verputzt, die zweiflügelige Eingangstüre wieder gangbar gemacht und die Lüftung verbessert.
Im Frühjahr 2016 wurde die Heiligkreuzkapelle eingerüstet und zuerst das Dach saniert. Dabei wurden schadhafte Holzbauteile ausgebessert, das Dach neu eingedeckt und alle Schutzbleche erneuert.
Die neubarocke Giebelfassade blieb weitgehend erhalten; schadhafte Putzstellen wurden abgeschlagen und ausgebessert. Der bestehende Außenanstrich wurde entfernt. Die Fassade bekam in Abstimmung mit dem Landesamt für Denkmalpflege einen neuen Anstrich. Alle Fenster und Türen blieben erhalten. Sie wurden – soweit notwendig – bearbeitet und wieder gangbar gemacht. Das Kreuz wurde saniert und beim Turm wurden schadhafte Bretter erneuert sowie alles neu gestrichen. Ende 2016 war die Außensanierung soweit fertig, dass das Gerüst wieder abgebaut werden konnte. Die Decke des Chorraumes besteht aus einer Halbkugel mit Segmenten aus Rauputz und mit Gold gestalteten Füllungsflächen. Diese Flächen wurden nachvergoldet. Entsprechend des historischen Vorbildes und in Abstimmung mit dem Landesamt für Denkmalpflege erhielten die Putzoberflächen einen neuen Anstrich. Die gesamten Deckenarbeiten konnten im August 2018 abgeschlossen und das Raumgerüst abgebaut werden.
Feuchtigkeit wölbte den Fußboden
Wegen der Feuchtigkeitsschäden hat sich der Fußboden gewölbt und musste ausgebaut werden. Nach der Trockenlegung und Egalisierung wurden die bestehenden Platten wieder neu eingebaut. Bei den Gebetsstühlen war der Holzwurm aktiv, sodass eine Begasung durchgeführt werden musste. Auch die zweiflügelige Holzeingangstüre wurde gereinigt und bekam einen Ölanstrich verpasst.
Von September 2018 bis etwa Mai 2019 dauerten die Arbeiten an den Stuckmarmorwänden. Der Stuckmarmor musste um Teil ergänzt werden. Das Kruzifix ist noch bei der Firma Brüggemann. Der Schimmel wurde entfernt und das Kreuz eingelegt und gereinigt.