Abschied vom Rotter Wald der Kunst

von Redaktion

Nach zwei Jahren: Kreativprojekt im „Rockerl“ endet, aber die Idee wird weiterleben

Rott – Es heißt Abschied nehmen vom „Wald der Kunst“ in Rott. Zwei Jahre lang hatte die bundesweit tätige Initiative „kreativo“ von Stefan Asenbeck und Peter Kaubisch Kindern, Schülern und Erwachsenen die Möglichkeit geboten, im Wald als Künstler kreativ sein zu können. Im „Rockerl“ entstanden Baumbilder, Holzstelen, kleine Erlebnisorte, Schnitzereien, in Holzstämme eingravierte Zeichnungen, ein „Vogelnest“ mit riesigen „Dinosaurier-Eiern“, Möbelstücke, eine große runde Begegnungsstätte, eine Wald-Toilette und sogar ein Wasserspielplatz.

Nun lud „kreativo“ zu einer letzten Vernissage in den „Rockerl“, um zahlreichen Besuchern sowie großen und kleinen Künstlern noch einmal die hier geschaffene Pracht zu zeigen. Die Baumbilder werden bleiben, aber vieles, was transportierbar ist, wird einen neuen Platz beim Ausee erhalten.

Baumbilder

werden bleiben

Die Initiatoren sprachen ihren Dank an Waldbesitzer Georg Bodmaier aus, der sie zwei Jahre lang beherbergte. Doch nun ist Schluss und das lag ganz bestimmt nicht an den „kreativo“-Leuten: „Mit ihnen habe ich mich sehr gut verstanden, sie waren zu jeder Zeit korrekte Partner“, versicherte Bodmaier. Aber die vielen Besucher hätten ihn zunehmend genervt: „Jeder denkt nur an sich, fährt von der Zufahrtsstraße hinein in die Wiesen, die ich verpachtet habe, um so schnell wie möglich vorwärtszukommen. Oft musste er Bierflaschen, Glasscherben Brotpapierreste, Verpackungen und Papiertaschentücher einsammeln. „So viele Besucher nehmen keinerlei Rücksicht auf Natur und fremdes Eigentum“, beschwerte sich der Waldbesitzer. Und deshalb musste er aus diesen und damit verbundenen wirtschaftlichen Gründen das Experiment beenden.

Mit Messer

und Stemmeisen

Peter Kaubisch rief noch einmal die Beweggründe der Aktion in Erinnerung: Es ging darum, für die Natur und gefährdete Tierarten zu sensibilisieren. Und darum, den Menschen jeden Alters die Möglichkeit zu geben, mit Pinsel und Bohrmaschine, mit Schnitzmesser und Stemmeisen künstlerisch aktiv zu sein, also bleibende Kunstwerke zu schaffen, die eigene Kreativität zu entdecken und zu fördern.

An zehn Aktions- und Naturerfahrungs-Tagen für Schulklassen seien in diesem Jahr noch einmal viele neue Kunstwerke geschaffen worden. Der Dank galt dem Waldbesitzer, den vielen lokalen Sponsoren und dem Bayerischen Umweltministerium, die diese Aktion auch finanziell zu ermöglichen.

Stefan Asenbeck rief die Einmaligkeit des Standorts in Erinnerung: „Viele Rotter Bürger bezeichneten den ,Rockerl-Wald‘ als den Spielplatz ihrer Jugend und freuten sich, ihn künstlerisch ein bisschen auszugestalten. Doch die Initiatoren versprachen, das Projekt fortzuführen – es liegen nach ihren Angaben bereits Angebote vor, um den Menschen ein künstlerisches Erleben abseits von Handy und Computer inmitten der Natur zu ermöglichen.

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