Gelebte Nachbarschaft

von Redaktion

Bürgerinitiative soll helfen wie in „alten Zeiten“

Vogtareuth – Gut 60 Vogtareuther Bürger fanden sich im Pfarrheim ein, um einen neuen Verein zu gründen, die „Bürgerhilfe Vogtareuth“. Zweck ist es, die Nachbarschaftshilfe, wie sie in früheren Zeiten gerade in ländlichen Gemeinden gang und gäbe war, den heutigen Lebensumständen anzupassen.

Konkret geht es darum, für alle, die kurzfristig Hilfe benötigen, etwa weil sie selbst nicht zum Einkaufen kommen, keine Chance haben, zum Arzt zu gelangen oder im Augenblick mit der Gartenarbeit überfordert sind, eine zentrale Anlaufstelle zu bieten, über die dann Hilfe organisiert wird (wir berichteten). Diese Anlaufstelle wird in der Anfangsphase des Vereins das Vorzimmer des Bürgermeisters im Rathaus sein, dort kann man unter der Nummer 08038/906312 bei Christine Gassner ab sofort anrufen.

Dass die Bürgerhilfe als Verein organisiert wird, dem übrigens vom Finanzamt die Anerkennung der Gemeinnützigkeit bereits in Aussicht gestellt ist, war den Initiatoren, zu denen auch Vogtareuths Bürgermeister Rudolf Leitmannstätter zählt, wichtig: Nur so ist es möglich, allen zukünftigen Spendern auch Spendenquittungen auszustellen. Zusammen mit dem Jahresbeitrag von 15 Euro für die Vereinsmitglieder wird so eines Tages vielleicht auch das Fernziel, ein eigenes Fahrzeug zu haben, Wirklichkeit werden. Im Moment geht es darum, mit Hilfe der Spenden und Mitgliedsbeiträge den Verein in Vogtareuth – und das heißt in allen 50 Ortsteilen – publik zu machen: Eine eigene Homepage wird erstellt, vor allem aber sollen Flyer gedruckt und verteilt werden. Und um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Es ist nicht nötig, Mitglied im Verein zu sein, damit man im Bedarfsfall Unterstützung bekommt.

Dass der Verein genügend ehrenamtliche Mitarbeiter würde finden können, die sich nicht nur passiv, also über den Mitgliedsbeitrag, sondern auch aktiv einbringen, hatten die Initiatoren von Anfang an gehofft. Dennoch waren sie von der großen Resonanz mehr als positiv überrascht: Die gut 60 Leute, die sich einfanden, waren nicht nur zum Zuhören gekommen, sondern mit der Bereitschaft, sich gleich zu engagieren.

So war es keinerlei Mühe, die nötigen Vorstandsmitglieder zusammenzubekommen, man konnte vielmehr die Zahl der Beisitzer von den ursprünglich vorgesehenen drei auf fünf erhöhen: Thomas Gögerl als der neue Vorstand des Vereins hat damit die Gewissheit, von Anfang an ein hoch motiviertes Team an seiner Seite zu haben. Auch für die Hilfsdienste, die man anbieten möchte, gab es zusätzliche Anregungen, etwa die Hilfe bei Behördengängen, zu der auch die Unterstützung beim Ausfüllen von Formularen zählt, oder eine Hausaufgabenhilfe. Vor allem aber fanden sich viele, die sich gleich in entsprechende Listen eintrugen, um im Bedarfsfall angesprochen werden zu können.

Bürgermeister Rudolf Leitmannstätter zeigte sich dabei besonders angetan von der Tatsache, dass sich am Gründungsabend nicht nur „die üblichen Verdächtigen“ einfanden, also jene, die sich auch in vielen anderen Vereinen bereits engagieren, sondern auch ganz neue Gesichter. Eine Tatsache, die viel zu der Aufbruchstimmung beitrug, die wohl nicht nur er an diesem Gründungsabend verspürte: „Der Schwung der von diesem Verein ausgeht, ist mit Sicherheit ein Gewinn für die ganze Gemeinde, denn er wird ganz bestimmt auch im übrigen Dorfleben zu spüren sein“.

Artikel 2 von 11