„G’schicht’n, G’spiel und G’sang“

von Redaktion

Volksmusik aus Bayern und Tirol im Festspielhaus Erl

Erl/Tirol – Einen neuen Weg beschritten die Erler Tanzlmusi und der Passionsspielverein Erl als Veranstalter des Volksmusik-Abend „G’schicht’n, G’spiel und G’sang“. Erstmals organisierte der Erler Hans Kneringer 1976 im Passionsspielhaus unter diesem Titel den Abend und der Erfolg war auf Anhieb überwältigend. Jedes Jahr fanden seither sehr viele Volksmusik-Freunde den Weg ins Erler Passionsspielhaus, denn die Gruppen aus Bayern, Tirol, Südtirol, dem Salzkammergut und Salzburg boten nichts Alltägliches.

Nachdem vom Stammpublikum der Volksmusikabende „G’schicht’n, G’spiel und G’sang“ vielfach das Bedauern darüber bekundet wurde, dass in Passionsspieljahren keine Volksmusikabende stattfinden, haben sich die Veranstalter, der Passionsspielverein Erl und die Erler Tanzlmusi Gedanken gemacht, um auch 2019 eine Durchführung der Traditionsveranstaltung ermöglichen zu können. Gespräche wurden geführt und so konnte dank Verhandlungsgeschick, Wohlwollen und dem Entgegenkommen der Tiroler Festspiele Erl und der Haselsteiner–Familien-Privat-Stiftung erreicht werden, dass der Volksmusikabend „G’schicht’n, G’spiel und G’sang“ auch dieses Jahr im Festspielhaus Erl stattfinden kann.

Um möglichst allen treuen Volksmusikfreunden einen Besuch zu ermöglichen, waren jedoch zwei Aufführungstage notwendig. Die Sitzplatzkapazität im Passionsspielhaus ist mit 1560 Zuschauern genannt, im Festspielhaus haben aber nur etwa 800 Personen Platz. So gab es „G’schicht’n, G’spiel und G’sang“ zweimal mit unterschiedlichem Programm. Der Erfolg war überwältigend, an beiden Tagen war im Festspielhaus kein Platz mehr frei. Die Besucher waren von dem sehr abwechslungsreichen Programm auf höchstem volksmusikalischem Niveau begeistert und auch die Mitwirkenden rundum voll zufrieden.

Das bayerische Oberland vertrat der Röpfl Familiengesang mit Liedern von der Liebe, dem Almenleben oder vom Jägerischen und erfreute auch mit seiner Geigenmusik. Die gemeinsame Vorliebe zum Edelbrand gab den „Hollerschnapszuzlern“ ihren Namen.

Auch mit Jodler-Interpretationen erfreuten die Goiserer und der Vortrag der Weinberg-Zithermusi war wie immer glänzend virtuos. Unterhaltsame Volksmusik mit Spiel und Gesang bot die Goiserer Klarinettenmusi mit ihrem „Paschen“, wie das rhythmische Klatschen im Salzkammergut genannt wird.

Erl, als musikalischer Ort, steuerte die Weidauer Buam, eine Bläsergruppe, sowie die Erler Tanzlmusi bei, die in diesem Jahr ihr 30-jähriges Bestehen feiern konnte.

Für „G’schicht’n“ sorgten die Erler Mundartdichterin Kathi Kithbichler und als Sprecher Peter Kostner. Besonders erfreute auch die Obervinschgauer Raffelemusi mit der urigen Klangfarbe ihrer alpenländischen Kratz-Zither und die Innleitn Geigenmusik mit instrumentaler Volksmusik. Beide ernteten nicht enden wollenden Beifall.

Die „Mei liabste Weis-Partie“ von Franz Posch, der auch als Sprecher fungierte, rundeten die Volksmusikabende im Festspielhaus Erl ab. Dazu trugen die Mitwirkenden aus Bayern, Tirol und dem Salzkammergut bei. An beiden Tagen war „kein Platzerl“ mehr frei, wie Sepp Kitzbichler von den Veranstaltern betonte. al

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