Schechen – Bereits vor zweieinhalb Jahren wusste Regisseurin Burgi Schaber, „das Stückerl muss ich mit der Pflegerbühne spielen“. Zum Glück für die Zuschauer konnte sie das Ensemble überzeugen, das überaus vielfältige Theaterstück zu spielen. „Das Stückerl“ heißt „As Glück is a Matz“ von Winfried Frey, eine bayerische Adaption des mehrfach verfilmten „Der böse Geist Lumpacivagabundus“ von Johann Nestroy.
Viele unerwartete Wendungen sorgen für Erheiterung
Diese Vorlage des überaus amüsanten Gerangels zwischen liebenswerten Engerln (Tanja Rüb und Cynthia Bieber) und der umtriebigen Luci (Annemarie Hofbauer), einer Nachfahrin des Höllenfürsten, amüsiert von der ersten bis zur letzten Minute, bringt viele unerwartete Wendungen und begeistert durch die abwechslungsreichen musikalischen Einlagen.
Das himmlische Zitterspiel des freizügigen Musikerengels (Thomas Huber) gleich zu Beginn der Aufführung kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass im wettfreudigen Himmel der Deifi los ist. Während Luci davon überzeugt ist, dass der Mensch von Haus aus schlecht ist, sind die lockigen Engerl der Meinung, dass in jedem Menschen ein guter Kern steckt, der letztendlich zum Vorschein kommt.
Top, die Wette gilt! – Ein Jahr Zeit gewährt Weda, (Uwe Kreckel) Herr über Blitz und Donner den Himmelsgeschöpfen, um aus drei armen Handwerksburschen mit Hilfe eines „zufälligen“ Geldgewinns wohlgefällige Menschen zu machen – oder sie zum Teufel zu schicken. Leichtes Spiel scheint dabei Luci bei Soihn, einem trinkfreudigen Schuster mit cholerischem Temperament, (Christian Gambos) zu haben. Auch der Charmeur und Filou Öhr, ein Schneider mit dem Sinn für alles weiblich Schöne (Leonhard Krichbaumer), sollte leicht zu Untaten zu überreden sein.
Allein Bapp, ein vor Liebeskummer gebeugter Schreiner (Lorenz Feichtner) bereitet der temperamentvollen dunklen Engelin Kopfzerbrechen. Schafft sie es, den braven Handwerker mit bösen Einflüsterungen zu verwirren? Oder siegt Busserl, das Engerl der Liebe?
Der unterhaltsame Schwank ist noch bis zum 3. November im Pfleger Theaterstadl zu sehen.
Absolut großartig in der spritzigen Inszenierung des Dreiakters sind die zahlreichen Stanzerl, Volkslieder und alten Schlager, deren einprägsamen Texte vortrefflich auf die Handlungen abgestimmt sind. Instrumental begleitet wurden die Sänger auf, vor und über der Bühne dabei unter anderem von Leni Feichtner am Keyboard, die als musikalische Leiterin aus den Schauspielern tolle Stimmen für die vielen Gesangseinlagen hervorzauberte und mit Dirndldrahn und Schuhplatteleinlagen für Szenenapplaus sorgte. Großes Lob ging auch an den Bühnenbauer Christian Gambos, der nicht nur als trinkfreudiger Schuster, sondern auch als einfallsreicher Schreiner überzeugt und gleich mehrere Bühnenbilder mit seinem Team gestaltete und an die insgesamt fünf „Neulinge“ Maresa Lerch, Michaela Spötzl, Thomas Huber, Franz Jackl, Hans Ganslmaier, die ebenso wie die Theaterstadlbedienung Hanni Schöberl als watschenausteilende Bedienung Hannerl auf der Bühne , in Nebenrollen überzeugten.
„As Glück is a Matz“ – zu sehen ist die spaßige, musikalische Inszenierung der Pflegerbühne noch am morgigen Freitag um 20 Uhr, am Sonntag, 20. Oktober um 19 Uhr, am Wochenende ab 25./26. Oktober um 20 Uhr, 27. Oktober um 19 Uhr, Donnerstag, 31. Oktober, um 20 Uhr, Samstag, 2. November, um 20 Uhr und am Sonntag, 3. November, um 19 Uhr im Pfleger Theaterstadl in Lohen bei Schechen. Einlass und Bewirtung jeweils eine Stunde vor Beginn.
Kartenvorverkauf bei der Pflegerbühne Familie Hofbauer unter Telefonnummer 08031/4696777 oder unter 0157/34638210. Reservierungen sind per E-Mail an kartenvorverkauf@die-pflegerbuehne.de möglich reservierte Karten müssen spätestens 30 Minuten vor Veranstaltungsbeginn abgeholt werden.