Mahner an den Frieden

von Redaktion

200 Jahre Krieger- und Soldatenkameradschaft: Jubiläumsfeier des KSK Aschau

Aschau – „Als Jugendlicher hatte ich keinen Zugang zu Veteranenvereinen oder zu einem Kriegerdenkmal“, erinnerte sich Bürgermeister Peter Solnar beim Festabend zum 200. Jubiläum der Krieger- und Soldatenkameradschaft (KSK) Aschau im Saal des Chalet. „Da ich erst 1959 geboren wurde, hatte ich mit den unmittelbaren Kriegsfolgen des Zweiten Weltkriegs nichts mehr zu tun; erst als ich als junger Architekt den Auftrag erhielt ein zeitgemäßes Kriegerdenkmal zu entwerfen, musste ich mich erstmals intensiv mit diesem Problemkreis beschäftigen“.

Bewusstsein für Kriege geschärft

Die Ableistung des Wehrdienstes bei der Panzertruppe und die Kriegserinnerungen im Nachlass seines Vaters hätten sein Bewusstsein für die Schrecken des Krieges weiter geschärft. Dass aus einem solchen Krieg auch langjährige Verbindungen entstehen können habe er bei seiner Oma kennengelernt. Der kriegsgefangene Franzose Pierre hielt ein Leben lang den Kontakt nach Niederbayern und auch die Großmutter fuhr mehrfach zu einem Besuch zu ihrem ehemaligen unfreiwilligen Knecht nach Frankreich. „Die Erinnerungen an den Krieg und dadurch Mahnungen an den Frieden müssen aufrecht erhalten bleiben, das ist eine der ersten Aufgaben der Aschauer Krieger- und Soldatenkameradschaft“.

Aschau habe mit der Patenschaft zu den Bad Reichenhaller Gebirgsjägern die einmalige Möglichkeit ein wenig mehr vom täglichen Dienst im Inland und im Ausland zu sehen und zu erfahren. „Unsere Soldaten sind als professionelle Kräfte, die ihren Job verstehen bei den Partnern überall willkommen, ihre Ausrüstung im Einsatz ist hervorragend und wird hauptsächlich durch eigene überspitzte Forderungen schlecht gemacht“.

Es sei eine gemeinsame Aufgabe der Gemeinde, der KSK Aschau und des Behandlungszentrums Aschau, die seit 1950 bestehende Patenschaft zur dritten Kompanie des Gebirgsjägerbataillons 231 zu erhalten und mit Leben zu füllen. Drei Jahre nach ihrer Gründung suchte die junge Bundeswehr überall zivile Partner für Patenschaften und so entstand über den Kompaniefeldwebel der Dritten die Verbindung mit der „Aschauer Kinderklinik“ und daraus später auch mit der Gemeinde Aschau. Die Feier des 200-jährigen Bestehens der KSK Aschau begann mit einem ökumenischen Gottesdienst, zelebriert von Pfarrer Paul Janßen und Pfarrerin Betina Heckner in der Aschauer Pfarrkirche. Musikalisch umrahmt wurde der Gottesdienst vom Aschauer Männerchor und der Musikkapelle unter der Leitung von Hans Bauer.

Anschließend traf sich der Festverein mit dem Patenverein, den Ortsvereinen und der Aschauer Pfarrgemeinde zum Gedenken für alle Gefallenen und Vermissten am Denkmal für die Opfer der napoleonischen Kriege und des Krieges von 1870/1871.

Vorsitzender Hans Pellkofer legte einen Kranz für die Opfer nieder, die Musikkapelle Aschau spielte das „Lied vom Guten Kameraden“ und die Gebirgsschützenkompanie (GSK) Aschau schoss den exakten Ehrensalut. Danach marschierten alle weiter zum Ehrenmal nach Niederaschau und zum Chalet. Pellkofer bedankte sich bei allen Orts- und Patenvereinen für die Teilnahme.

„Wir sind nach den königlich privilegierten Feuerschützen der FSG und der GSK Aschau der älteste Verein im Dorf“. „Wir sehen uns in der KSK Aschau als ein Zusammenschluss von ehemaligen Kriegsteilnehmern, Soldaten und Reservisten sowie fördernden Mitgliedern, drei Männer, die den Zweiten Weltkrieg erlebt haben sind noch unter uns: Siegfried Simmet, Franz Anner und Edmund Höss“, sagt der stellvertretende Vorsitzende Anton Ablinger.

Die KSK Aschau fühlt sich besonders verbunden mit denen, die in den Weltkriegen des 20. Jahrhunderts Leid, Opfer und Entbehrungen erfahren mussten. Im Besonderen hat er es sich zur Aufgabe gestellt, seinen Mitgliedern ein würdiges Begräbnis teilwerden zu lassen. Im Rahmen einer Beerdigung verabschieden wir unsere verstorbenen Kameraden mit Fahnenbegleitung, Musik „Dem Guten Kameraden“, einem Kranz oder einer Schale sowie einer Ansprache“.

Blick in

die Chronik

In 200 Jahren haben sich viele Geschichten, Anekdoten und Sagen rund um den Verein angesammelt, Schriftführer Rolf Danielowski hat einige davon in seiner Chronik aufgeführt, Ablinger brachte einige weitere, die zwischen den Buchdeckeln keinen Platz mehr gefunden hatten. So erzählte er von der Renovierung der Kriegerdenkmäler, vom vergeblichen Versuch alle Denkmäler im Schatten des Aschauer Kirchturms zusammen zu fassen und vom endgültigen Erhalt an der ursprünglichen Stelle.

Die Krieger- und Soldatenkameradschaft Frasdorf brachte dem Patenverein „als kleiner Göd“ einiges Nahrhafte zum Essen und Trinken für die nächste Vorstandssitzung. Für die verhinderten Vorsitzenden Hans Winkler und Hans Steinberger gratulierte Georg Wörndl.

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