Kiefersfelden – In Zeiten, wo eigentlich alles teurer wird, lässt die Nachricht aus der letzten Gemeinderatssitzung, dass die Wasserver- und Entsorgung für die Kieferer Bürger deutlich günstiger wird, aufhorchen. Für Bürgermeister Hajo Gruber und seine Ratskollegen, die dem Verwaltungsvorschlag einstimmig zugestimmt hatten, „ein sehr freudiges Ereignis“. Demnach wird rückwirkend zum 1. Januar 2019 der einmalige Herstellungsbeitrag von 8,52 Euro pro Quadratmeter Geschossfläche auf 6,90 Euro gesenkt, die Wassergebühr mindert sich von 1,67 Euro pro Kubikmeter Verbrauch auf 1,50 Euro.
Bei dem aktuellen durchschnittlichen täglichen „Pro-Kopf-Wasserverbrauch“ von 122 Litern könnte so die Ersparnis beim Wasserverbrauch allein bei rund 7,60 Euro pro Jahr liegen: Eine vierköpfige Familie spart dadurch im Jahr über 30 Euro. Beim Herstellungsbeitrag, der nur beim Erstbezug erhoben wird und sich nach der Geschossflächenzahl richtet, beträgt die Einsparung bei einem Wohnhaus für ein oder zwei Familien (= Wohnfläche und Fläche der Nutzräume wie Keller oder Treppenhaus) und einer durchschnittlichen Geschossflächenzahl von 360 Quadratmetern einmalig etwa 583,20 Euro. Diese doch erhebliche Senkung der Gebühren und Verbrauchskosten ist das Ergebnis der regelmäßigen „Neuberechnung der Wasserkosten“ durch die Gemeindeverwaltung und der daraus resultierenden Kalkulation für die Jahre 2019 bis 2024.
Nicht nur für den Rathauschef erklärt sich die doch erhebliche Reduzierung aus der Tatsache heraus, dass die Kieferer Kläranlage zusammen mit dem österreichischen Nachbarn, der Gemeinde Thiersee, und einem Kostenschlüssel von 60 (Kiefersfelden):40 betrieben wird. Rund 11000 Einwohner aus den beiden Grenzkommunen, inklusive der Gewerbebetriebe und der beiden Autobahnrastanlagen, sind an die Kläranlage angeschlossen. Zum technischen Ablauf der Reinigung erläutert Kläranlagenleiter Sepp Goldmann, dass nach Verlassen des häuslichen oder gewerblichen Abwassers dieses über das Kanalsystem der beiden Gemeinden in die Klärbecken fließt. Dort durchläuft es eine „Drei-Stufen-Reinigung“, das verunreinigte Wasser wird dabei mechanisch, biologisch und letztlich auch chemisch um bis zu 98 Prozent gereinigt und wieder in den nahen Inn eingeleitet. Die Kosten für diese gründliche und ökologisch-biologische Wasseraufbereitung konnten durch Investitionen und Optimierung der Arbeitsabläufe erneut gesenkt werden, so dass für den Verbraucher diese Ersparnisse entstehen. „Wir waren vorher schon bei den Wassergebühren recht günstig und werden jetzt noch einmal deutlich günstiger“, verkündete deshalb der Bürgermeister vor seinen Ratskollegen und den vielen Zuhörern. Schon mit der nächsten Abrechnung der Wassergebühren werden den Kiefersfeldener Bürgern daher entsprechende Gutschriften und Verrechnungen ins Haus flattern, „und wer auch noch beim Wasserverbrauch spart, der spart noch mehr“, so Hajo Gruber anspornend. hko