Auch Bergsteiger brauchen Parkplätze

von Redaktion

Gemeinderat Aschau: Diskussion über Zonenhalteverbot gegen Straßenverstopfung

Aschau – Das Bergsteigerdorf Sachrang ist im Sommer wie im Winter an vielen Tagen zugeparkt. Das Problem ist dem Aschauer Gemeinderat seit vielen Jahren bekannt und konnte bisher nicht zur Zufriedenheit aller Beteiligten gelöst werden. Bergwanderer und Skifahrer stellen ihre Autos im Ortsbereich einfach irgendwie ab, geltende Verkehrsregelungen werden einfach nicht beachtet. Zuletzt wurde bei der Bürgerversammlung in Sachrang angeregt, den gesamten Ortsbereich mit einem eingeschränkten „Zonenhalteverbot“ zu beschildern. Das Parken wäre dann nur noch an den ausgezeichneten Parkflächen erlaubt und die Straßen würden frei bleiben. Der ständig steigende Parkdruck innerorts könnte dadurch verhindert werden. Die Beschilderung „Zonenhalteverbot“ an den vier Zugangsstraßen müsste kurz nach den Ortstafeln erfolgen, alle weiteren Park- und Halteverbotsschilder im Ort könnten dann entfernt werden.

Meterhohe
Schneemauern

Leidenschaftlich diskutierte das Gremium den Vorschlag. Alle waren sich einig, dass die Verkehrs- und Parkverhältnisse im Winter chaotisch sind. Die Schneeverhältnisse in Sachrang seien grundsätzlich anders als in Aschau und die Sommerparkplätze entlang der Straßen seien im Winter durch meterhohe Schneemauern belegt. Die Straßen würden durch den Schnee und geparkte Autos auf eine Spur beengt, ein Durchkommen für Lieferanten und Entsorgungsfahrzeuge, ja sogar für Feuerwehr und Rettungsdienst, sei unmöglich. Gerade durch die Skifahrer im Winter sei der Parkdruck aber bedeutend höher, als durch die Wanderer im Herbst.

Benno Pertl (PTL) sprach sich kategorisch gegen eine Einschränkung aus. Solange keine anderen Parkflächen als Ersatz geschaffen würden, könne man die Tagestouristen und Skifahrer nicht einfach aus dem Ort aussperren. Als Vorsitzender des Sachranger Tourismusvereins kenne er die Verhältnisse wohl besser als viele der Kollegen am Tisch. Er könne einer solchen Forderung niemals zustimmen. Jakob Hündl (CSU) warnte davor die Tagestouristen auszusperren, im nahen Tirol gebe es für die Skifahrer genügend Möglichkeiten ihrem Hobby nachzugehen. Alle Ausgesperrten aber fehlen hinterher der heimischen Wirtschaft.

Sebastian Pertl (FWG) befürwortete ein Zonenhalteverbot: „Wir müssen irgendwann einmal anfangen, den Falschparkern die Grenzen aufzuzeigen. Eine Durchfahrmöglichkeit für die Feuerwehr oder den Rettungsdienst ist im Winter unmöglich. Wir haben bereits genügend Parkplatzflächen im Ort und am Ortsrand, wir müssen nur einmal die Straßenparker aus dem Ort bringen. Wenn die vorhandenen Parkplätze richtig genutzt würden, reichten sie vollkommen aus.

Eine ständige Verkehrsüberwachung und Parkplatzbewirtschaftung ist im Winter dringend notwendig“. Georg Westenthanner (CSU) forderte alternative Möglichkeiten für das angedachte Zonenhalteverbot, Wolfgang Rucker (CSU) bat alle mit Augenmaß zu arbeiten und vor einer blindwütigen Regelung zuerst für ausreichend Ersatzraum zu sorgen.

Bei der Abstimmung lehnte der Gemeinderat den Vorschlag und Antrag des Bürgermeisters mit elf gegen sieben Stimmen ab.

Als letzter Tagesordnungspunkt wurden die Anträge aus der Sachranger Bürgerversammlung abgearbeitet: Der Antrag, die Straßenbeleuchtung in Sachrang gegen andere Lampen oder eine moderne LED-Beleuchtung auszutauschen, wurde befürwortet. Das Gremium hatte Verständnis dafür, da die vorhandenen Lampen zu hell sind und mehr in die Fenster der Häuser, als auf die Straße leuchten. Christiane Rabich-Pichler forderte dazu auf, die Möglichkeiten einer Leuchtzeitbegrenzung der neuen Lampen mit einer Zeitschaltuhr zu prüfen, um dadurch bedrohte Insekten zu retten. Das Gremium beschloss, die 53 Sachranger Lampen nach und nach gegen moderne Leuchten auszutauschen und „kein Straßenleuchtenmuseum anzulegen“. Nicht anfreunden konnten sich die Gemeinderäte mit dem Antrag auf eine bessere Beleuchtung der Fußwege, der Gemeinderat findet, dass die Fußwege ausreichend beleuchtet sind.

Der dritte Antrag, die Kommunale Verkehrsüberwachung auch in Sachrang vermehrt zum Einsatz zu bringen, zielte ins Leere. Fachbereichsleiter Heinz Scheck erklärte, dass das Bergsteigerdorf von der Kommunalen Verkehrsüberwachung bereits seit langer Zeit das ganze Jahr überwacht werde.

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