Fest vereint seit sechs Jahrzehnten

von Redaktion

Diamantene Hochzeit im Hause Taschner in Söchtenau – Gefunkt hat es beim Feiern

Söchtenau – Seit 60 Jahren sind Klementine, genannt Tini, und Johann Taschner nun verheiratet und halten fest zusammen. Vor sechs Jahrzehnten haben sie sich erst am Standesamt in Söchtenau und einen Tag später in der Pruttinger Kirche Mariä Himmelfahrt das Jawort gegeben. „Genau wie es beim Trauspruch heißt: In guten wie in schlechten Zeiten sind wir zusammen“, lächelt Hans Taschner. Er habe Tini zwar schon länger gekannt, aber gefunkt habe es beim Trachtenfest in Vogtareuth. Dann kam das Herbstfest in Rosenheim und dann habe man geheiratet.

„So ein fescher Mann“ bei der Hochzeit

„Mei, da war es so kalt, dass wir am Tag nach unserer Hochzeit schon einen Wintermantel haben tragen müssen“, erinnert sich die Ehefrau an den Oktober 1959 zurück. Und dass ihr Brautkleid aus Spitze war, und er „so ein fescher Mann“. Doch eigentlich wollen sie nicht in Erinnerungen schwelgen beim Besuch von Söchtenaus Bürgermeister Sebastian Forstner, der mit einem großen Präsentkorb zum Jubelpaar nach Reischach gekommen ist, um zu gratulieren. Stattdessen wollen sie sich lieber über das aktuelle Tagesgeschehen der Gemeinde informieren: Sei es, was das Gewerbegebiet angeht oder den geplanten Geh- und Radweg. „Dabei steht Ihr doch heute im Mittelpunkt“, meint Forstner.

Hans und Tini Taschner blicken sich an, und dann fängt er ein bisschen zu erzählen an, wie es damals war. Er, „ein Arbeiterbua“ aus Rins, musste schon kämpfen, bis er seine Tini bekam, war sie doch eine Bauerstochter aus Prutting, aber die Liebe hat gesiegt und sie hält nachweislich bis heute an. Fleißig waren die beiden ihr ganzes Leben lang. Zusammen bauten sie ein Haus, er arbeitete bis zum Rentenalter beim Baugeschäft Peter Holzner in Rosenheim und sie war Postlerin. Nebenher kümmerte sie sich um Haus, Hof und Garten sowie die immer größer werdende Familie.

„Das war früher schon eine harte Zeit“, und dennoch hätten sie immer viel gemeinsam unternommen. Er war, beziehungsweise ist, in vielen Vereinen in der Umgebung aktiv, sei es beim Schützenverein Schwabering, dem Pruttinger Trachtenverein oder bei der Feuerwehr: „Ich habe halt alles mitgenommen“, lacht Hans Taschner. Ganz früher sei er auch bei der Bergwacht gewesen, „aber mit Familie ging das dann nicht mehr so gut“, und so waren die beiden nur für sich jahrzehntelang gerne und viel in den Bergen unterwegs. Jäger war er auch, und bis heute sei er eifriger Imker. Ein arbeitsreiches Leben, das die beiden führen, aber auch ein schönes, sagt Tini Taschner. Drei Töchter, vier Enkelkinder und drei Urenkel, das sei doch ein unermessliches Glück, genauso wie die Liebe und der Zusammenhalt mit ihrem Hans.

Pater Paul würdigt Zusammenhalt

Die diamantene Hochzeit feierte das Ehepaar nun in der Kirche St. Michael in Niederaudorf. Für die beiden insofern ein besonderer Ort, als dort eine Tochter wohnt und zwei Enkel getauft wurden. Pater Paul leitete den feierlichen Wortgottesdienst für das Jubelpaar, und wie er den großen Zusammenhalt der beiden betont hat, das erfüllt sie noch heute mit großer Freude. Auf einer großen Kerze, die die Kaffeetafel erleuchtet, sieht man auf der einen Seite das Brautpaar von damals, von silbernen Blättern umrankt, auf der anderen Seite steht ein in Wachslettern geschriebener Spruch, der perfekt zum Ehepaar Taschner passt: „Nichts Schöneres gibt es auf der Welt als Liebe, die ein Leben hält.“

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