„Die Notbremse gezogen“

von Redaktion

Auerbachbrücke nahe der Rosengasse muss saniert werden – Neubau geplant

Oberaudorf – Die Auerbachbrücke Nähe Rosengasse ist ein imposantes Bauwerk, jetzt aber ist es an der Zeit, „die Notbremse zu ziehen“. Mit drastischen Worten beschrieb Ingenieur Martin Fritsch in der Gemeinderatssitzung in Oberaudorf den Zustand der Brücke.

Das Bauwerk, das den sogenannten Gassenbach überspannt, stammt aus den 60er-Jahren des letzten Jahrhunderts und wird seit vielen Jahren permanent überwacht und geprüft.

Sonderprüfung
im Sommer

Die Sonderprüfung im vergangenen Sommer habe ergeben, so Fritsch, dass die Schäden zugenommen und sich die Weiten von statisch relevanten Biegezug- und Schubrissen deutlich vergrößert haben.

Auf dringende Empfehlung des Ingenieurs wurde die zulässige Verkehrslast der Brücke umgehend auf 2,5 Tonnen durch das Oberaudorfer Ordnungsamt beschränkt, die Geschwindigkeit auf Tempo zehn festgelegt.

Eine aktuelle Stellungnahme des bayerischen Landesamtes für Umwelt von Dr. Andreas Poschinger befasst sich mit der Gefährdung der Rosengassenstraße und der Grafenherbergstraße durch die Rutschung an der Aggenalm. Besonders beunruhigend waren die Ausführungen des Ingenieurs hinsichtlich der Verkehrssicherheit. Sie sei nicht mehr voll gegeben, so Fritsch mahnend.

Mit aufrüttelnden Bildern unterlegte er seinen Fachvortrag. Vor allem der Zustand der Brücke sei schlecht. Zu sehen war unter anderem die schon vor Jahren angebrachte Notunterstützung, die rostenden Rollenlager, bedeckt von Betonschutt, die maroden Pendelstützen oder das verschobene Scheitellager, ganz zu schweigen von den Trägerrissen, sichtbar in Betonpfeilern und -masten oder den Rissen in der Fahrbahn. Fehlende Schrauben in der Schutzplankenbefestigung würden einen Unfall zu einem Albtraum werden lassen, ließen die Ausführungen des Ingenieurs erahnen.

Welche Sofortmaßnahmen könne man ergreifen?, so die Gemeinderäte. Hier verwies der Leiter des Ordnungsamtes, Florian Seebacher, etwa auf die inzwischen angebrachte Höhenmessung, um zu schwere Lastwagen von der Brücke fernzuhalten.

Zudem wurde auf die Geschwindigkeitsbeschränkung verwiesen. Der Zustand zeige deutlich, dass Straße und Brücke über Jahrzehnte hinweg von Fahrzeugen befahren worden seien, die nicht dafür geeignet waren, hieß es in der Beratung. Sorge bereitet auch die Schneeräumpflicht. Hier wird bis zum Neubau der Brücke ein Provisorium angedacht: Mit einem leichten, kleinen Traktor solle die Brücke geräumt, die anderen Straßenbereiche soll der normale Schneepflug übernehmen.

Der Gemeinderat sprach sich mit zwei Gegenstimmen für weitere Grundsatzplanungen durch das Ingenieurbüro Fritsch aus. Hinsichtlich der Kosten der neuen Brücke gab man sich in der Sitzung bedeckt.

In Sachen Zeit für die Planung und den Neubau wolle man aber nichts mehr auf die zu lange Bank schieben. Gemeinderat Henning Bruhn brachte es auf den Punkt: „Wir sollten nicht mehr fünf Jahre warten.“

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