„Neurosige Zeiten“ in Kiefersfelden

von Redaktion

Komödie der Jugend: Ausverkaufte Premiere der Heimatbühne im Blaahaus

Kiefersfelden – Wenn ein Stück in der „Klappse“ spielt, erwarten die Zuschauer natürlich Spaß ohne Ende. Und sie wurden in der ausverkauften Premiere der Komödie „Neurosige Zeiten“ in der Remise am Heimatmuseum Blaahaus nicht enttäuscht. Die Jugend der Heimatbühne Kiefersfelden zeigte dabei schon mal ihr Talent und ließ bei den Besuchern keine Langeweile aufkommen.

Elf Jugendliche

im Rampenlicht

Drei Akte, elf jugendliche Darsteller sowie jede Menge Verwicklungen und hörenswerte Dialoge prasselten auf das Publikum hernieder, das mitgenommen wurde in die Irrenanstalt Gabersee, wo sich in einer „Psychiatrie-Wohngruppe“ Psychopaten gefunden und recht gut arrangiert haben.

In die tägliche Routine, bestimmt von der herrischen Chef-Psychiaterin Dr. Dr. Ilse Schanz, platzt die Nachricht, dass die gut betuchte Mutter eines Zöglings spontan ihre Tochter Agnes besuchen möchte. Und da fangen dann auch schon die Probleme an, denn die Mutter ahnt nicht und darf es vor allem auch nicht wissen, dass Töchterchen Agnes, sexsüchtig und therapieresistent, in eben dieser Irrenanstalt einsitzt.

Mitgegangen, mitgefangen heißt jetzt die Devise der fünf eigenartigen Wohngruppenbewohner, die der Besucherin eine heile Welt vorspielen müssen. Aber das ist nicht so einfach für die manisch depressive Künstlerin Desiree, den zwangsneurotischen Finanzbeamten Hans, Marianne die Stalkerin und Willi den soziophoben und stotternden Angsthasen, die alle gemeinsam diese Aufgabe mit Tochter Agnes meistern sollen.

Improvisation ist also angesagt, mit glänzenden Dialogen, triefender Ironie und herrlichem Spaßfaktor, der nicht nachlässt.

Ein heilloses Chaos entsteht auf der Bühne, zumal nun auch noch neben Mutter Cecile Adlon, Tupperverkäuferin Herta, Beschäftigungstherapeutin Elke und eben die Leiterin Dr. Dr. Schanz mit vereinten Kräften für Furore sorgen.

Die Situation in der Psycho-WG wird immer schwieriger, und als dann auch noch der von Marianne gestalkte Volksmusikstar Hardi Hammer mit Bildzeitungsreporter Freddi erscheint, die eine eintägige Reportage mit der Stalkerin in deren Umfeld planen, droht der apokalyptische Kollaps. Mit vereinten Kräften und scheinbar doch therapeutischen Erfolgsansätzen, beginnt sich die Lage zu entspannen, wobei es aber noch ein weiter und steiniger Weg ist, bis zu dem überraschenden Happy End, ohne das es ja auf der Bühne nicht geht.

Doch wie das passiert und wer mit wem, das ist eigentlich die Story, die allen Lachtränen in die Augen trieb.

Spiel mit Herz

und Verstand

Die jungen Laienschauspieler standen in der turbulenten Komödie mit Herz und Verstand auf den Bühnenbrettern.

Lustige Dialoge, verwirrende Situationen und unentwirrbare Verwicklungen wurden mit Leichtigkeit und schauspielerischem Engagement gelöst, so dass die Zuschauer auch mit dem letzten Vorhang noch nicht das Blaahaus verließen, sondern lang anhaltenden Applaus spendierten.

Noch zweimal ist das skurrile Bühnenstück in der Remise in Kiefersfelden zu sehen: am Donnerstag, 31. Oktober, und Samstag, 2. November, jeweils um 19.30 Uhr.

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