Vogtareuth – In der Grundschule Vogtareuth passieren ungewöhnliche Dinge: In den Klassenzimmern sind kleine Energie-Detektive unterwegs. Sie untersuchen, wo man überall Strom sparen kann. Das Keyboard des Musiklehrers zum Beispiel braucht viel Strom, obwohl gar keiner darauf spielt. Das könnte man doch auch ausstecken! In den Pausen überprüfen die Licht-Wächter, ob in den Klassenzimmern die Lampen ausgeschaltet sind. Die Heizungs-Wächter kontrollieren, wie viel Wärme wirklich nötig ist. Zwischen Mathe-, Deutsch- und Geschichtsunterricht basteln die Kinder Karussells, die sich rein mit der Kraft der Sonne drehen. Und anstatt verpacktes Obst im Supermarkt zu kaufen, pflücken sich die Kinder einfach leckere Beeren auf dem Pausenhof.
Schule mehrfach
ausgezeichnet
„Wir wollen unseren Beitrag für die Energiewende leisten“, erklärt Schulleiterin Claudia Decker. In zahlreichen Projekten steht daher für die Erst- bis Viertklässler Energie-, Klima- und Umweltschutz auf dem Stundenplan. Das funktioniert an der Vogtareuther Grundschule so gut, dass sie bereits mehrfach ausgezeichnet wurde. In diesem Jahr gab es für das besondere Engagement den Bürgerenergiepreis Oberbayern, der von Bayernwerk und der Regierung von Oberbayern ausgelobt wird. Weil die Grundschule Vogtareuth damit einen besonderen Vorbildcharakter hat, war sie nun der Gastgeber für die Auftaktveranstaltung zum Bürgerenergiepreis 2020.
Insgesamt 10000 Euro warten dabei wieder auf engagierte Oberbayern, die sich für Klimaschutz und Energieeffizienz stark machen. Privatpersonen, Kindergärten oder Vereine können sich bis 23. Januar bei den Bayernwerken bewerben. Die Grundschule Vogtareuth wurde für das Projekt „Nachhaltig Denken – nachhaltig Handeln“ als Energieheld ausgezeichnet.
Die Turnhalle der Schule wird gerade saniert, deswegen trafen sich die Schulfamilie und zahlreiche Ehrengäste im Saal des Pfarrheims. Neben Vogtareuths Bürgermeister Rudolf Leitmannstetter (ÜWG) waren Ingo Schroers von der Bayernwerke-Geschäftsführung und Oberbayerns Regierungsvizepräsident Walter Jonas in die Gemeinde gekommen.
„Mit dem Bürgerenergiepreis wollen wir Leute auszeichnen, die sich möglichst ehrenamtlich für die Energiewende engagieren“, sagte Schroers. Die Energiewende sei nur zu schaffen, wenn möglichst viele etwas tun. 4000 Euro des Preisgeldes des Jahres 2019 sind an die Grundschule Vogtareuth gegangen. Damit konnten sich die Schüler den lang gehegten Wunsch eines riesigen Klettergerüstes erfüllen. „Das wäre sonst viel kleiner ausgefallen“, so Schulleiterin Decker.
„Es sind ganz großartige Sachen, die Sie hier machen“, lobte Regierungsvizepräsident Jonas. Es sei eine Freude zu sehen, wie sich Kinder und Jugendliche für die Themen Energie und Umwelt engagieren. Durch die Projekte würden die jungen Leute lernen, dass jeder selbst einen Beitrag leisten könne.
Bürgermeister Leitmannstetter drückte aus, wie stolz die gesamte Gemeinde auf ihre ausgezeichnete Schule sei. Er forderte die Kinder auf, das Gelernte nun auch zu Hause umzusetzen: Zum Beispiel zu vermeiden, Essen wegzuwerfen oder immer die Lichter auszuschalten.
Apfelsaft aus
dem Pfarrgarten
Was sie rund um Energie und Nachhaltigkeit in der Schule alles gelernt haben, zeigten die Schüler in kurzen Präsentationen. Da wurde etwa erzählt, wie man aus den Äpfeln des Pfarrgartens Saft gemacht hat. Da wurde berichtet, wie man die Wasserqualität des Inns gemessen hat. Eine Gruppe hatte die Erzeugnisse aus dem Schulgarten dabei: Karotten, Radieschen, Erdbeeren und mehr. Die Energie-Detektive erklärten ihre Arbeit und stellten gleich noch die verschiedenen Energieträger gegenüber. In einem Film konnte man sehen, dass ein „Solar-Karussell“ tatsächlich funktioniert.
Mit dem Klima-Song schließlich verabschiedeten die Kinder ihre Gäste und gaben damit den Startschuss für die nächste Runde des Bürgerenergiepreises. Doch für die Grundschule Vogtareuth ist das Projekt damit nicht abgeschlossen. Umwelt, Klimaschutz und Energiesparen bleiben sicher auch in Zukunft fester Bestandteil des Stundenplans an der Grundschule.