Hilperting – Das ganze Dorf war auf den Beinen, als gestern in Hilperting der traditionelle Leonhardiritt stattfand. Diese Tradition wurde in der kleinen Ortschaft der Gemeinde Großkarolinenfeld wieder eindrucksvoll gelebt. Zum 25. Mal schon fand der Leonhardiritt statt, und auch diesmal war der Zuspruch wieder enorm. Etwa 30 Reiter mit ihren Rössern ließen sich beim dreimaligen Umritt von Pfarrer Bruno Bibinger segnen.
Viele Jugendliche
reihen sich ein
Dass die Tradition weiterleben wird, bewies die Teilnahme zahlreicher Jugendlicher am Hilpertinger Leonhardiritt. Neben edlen Rössern konnten die Besucher auch Ponys und Esel bestaunen. Und ein jeder, der sich in den Zug einreihte, war stolz darauf, mitreiten zu dürfen. Wie immer mit dabei und jedes Mal aufs Neue der Mittelpunkt des Umzuges – der wunderschöne Motivwagen mit der Hilpertinger Leonhardikirche, den Josef Angerer und Georg Wagenstaller schon 2011 „gebastelt“ haben.
Feierlich begann vor dem Umritt bereits der Gottesdienst. „Wir feiern heute einen der bekanntesten bayerischen Heiligen“, meinte Pfarrer Bruno Bibinger eingangs der Messe. Und da gleichzeitig auch das Patrozinium der Filialkirche
St. Leonhard gefeiert wurde, ist das, wie Bibinger bekannte, tatsächlich „ein Fest für das ganze Dorf“.
Fest als ein Sinnbild
der Befreiung
Diakon Josef Hilger ging in seiner Predigt auf den 1963 in die Kinos gekommenen Film „Gesprengte Ketten“ ein, der den Ausbruch aus einem Kriegsgefangenenlager thematisiert. Heute, so schlug Hilger die Brücke in die Gegenwart, zeigten sich andere Arten der Befreiung, wie etwa die Befreiung von Zwängen und aus Ängsten. Der Mensch sei oft in Eigennutz und Egoismus gefangen, monierte der Pfarrer, und all das schmälere nach seinen Worten die Qualität unseres Lebens: „Deshalb ist Leonhard für uns ein Sinnbild für die Befreiung aus allen Unterdrückungen.“ Nach dem Segen der Geistlichkeit ging es dann hinaus zum Umritt und anschließend zum gemütlichen Beisammensein auf den Hof der Familie Zimmermann. Dort gab es Schnitzelsemmeln, Wiener und Debrecziner, später auch Kaffee und Kuchen. Und traditionell schenkten die Reiter auch selbst gebrannten Obstler aus.