Akazien gegen optischen Durchschuss

von Redaktion

Konkrete Planungen für Brückenneubau in der Kolbergstraße

Großkarolinenfeld – Das Geländer ist verrostet, der Asphalt brüchig und am Randstein sprießt Löwenzahn: die Brücke über die Rott in der Kolbergstraße ist in keinem guten Zustand. Als Zugang zum künftig neugestalteten Zentrum von Großkarolinenfeld gibt sie kein besonders anschauliches Bild ab. Deswegen soll sie erneuert werden.

In seiner Sitzung im Juli hat der Gemeinderat bereits den Vorentwurf abgesegnet – nun hat Planer Georg Schollerer vom Ingenieurbüro Roplan den Bauentwurf vorgestellt. Diskussionsbedarf gab es noch hinsichtlich der vorgesehenen Baumtore.

Brücke wird verschoben

Die Brücke wird zwei Meter nach Süden verschoben, wodurch man etwas Platz zu der nördlichen Bebauung gewinnt. Die Fahrbahnbreite soll sechs Meter betragen, auf der nördlichen Seite ist ein Gehweg geplant. Eine Verschwenkung der Straße soll zur Geschwindigkeitsreduzierung beitragen. Die Gradiente wird um rund 80 Zentimeter erhöht, um bei einem Hochwasser nicht überströmt zu werden.

Glücklich ist man in der Gemeinde darüber, dass man auf eine Behelfsbrücke für Fußgänger und Radfahrer während der Bauarbeiten verzichten kann. Denn wie Bürgermeister Bernd Fessler (parteifrei) erklärte, haben sich die Verantwortlichen des Sportvereins Solidarität einer Wegführung über das Vereinsgelände aufgeschlossen gegenüber gezeigt. An den Tennisplätzen und am Spielplatz vorbei kämen dann Fußgänger und Radfahrer auch während der Baustellenzeit zum Karolinenplatz. Dieser Weg müsste laut Planer Schollerer etwas hergerichtet werden und auch die Details, etwa zur Haftung, müssten noch geklärt werden. Mit der Lösung kann sich die Gemeinde rund 15000 Euro für eine Behelfsbrücke sparen.

Als gestalterisches Element sehen Planer und Gemeindeverwaltung Baumtore an den Brückenenden vor. Die unmittelbaren Anwohner allerdings haben sich im Vorfeld vehement dagegen ausgesprochen. Als Gründe wurden Schatten und Laubwurf genannt. Im Gemeinderat dagegen hat man das Vorhaben unterstützt.

Ein Antrag von Margarete Knorek (GBV), die Baumtore zu streichen, wurde mehrheitlich abgewiesen. Für Bürgermeister Fessler sind die Bäume – geplant sind kleine Kugelakazien – ein Mittel, um das neue Ortszentrum gestalterisch hervorzuheben. Roman Hörfurter (PLW) betonte, dass diese Bepflanzung einen so genannten „optischen Durchschuss“ verhindern würden.

Denn die visuelle Verengung der Fahrbahn durch die Bäume würde Autofahrer animieren, langsamer zu fahren. Die Baumtore seien also nicht nur ein gestalterisches Element, sondern wirkten auch Geschwindigkeitsreduzierend. Das Gremium sprach sich schließlich mit einer Gegenstimme für die vorgestellten Planungen – inklusive Baumtore – aus.

Die Kosten der Maßnahme werden aktuell auf rund 625000 Euro geschätzt. Man rechnet mit einer Förderung von 50 bis 60 Prozent. Baubeginn ist voraussichtlich Ende März, die Fertigstellung ist im November geplant.

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