Echte Radwege? Fehlanzeige

von Redaktion

Gemeinderat Riedering will Radwegenetz bis Prien ausdehnen

Riedering – Einstimmig votierten die Riederinger Gemeinderäte in ihrer jüngsten Sitzung für den Antrag, sich an der Machbarkeitsstudie der SUR-Gemeinden (dem Stadt-Umland-Bereich Rosenheim) bei Radschnellwegen zu beteiligen, um somit die geplante Strecke Feldkirchen/Westerham nach Stephanskirchen bis ins Gemeindegebiet Riedering und eventuell weiter bis nach Prien auszudehnen. Für letzteren Zielpunkt, so Bürgermeister Josef Häusler (Wählergemeinschaft Söllhuben, WGS), seien aber noch Gespräche nötig.

Ausgangspunkt dieses Beschlussvorschlages war die Vorstellung eines Fahrradkonzepts für Riedering, das der Arbeitskreis (AK) zur Dorferneuerung zusammengestellt hatte und das Barbara Fischer und Matthias Dangl präsentierten.

Viele Verbindungen

nicht erschlossen

Laut Dangl gebe es auf Riederinger Gemeindegebiet schon einige Radwege, Manche Radfahrer nutzten den Seitenstreifen entlang der Gemeinde-, Kreis- und Staatsstraßen, der aber oftmals nur einseitig nutzbar sei. Dies gelte beispielsweise für den Radweg von Riedering an den Tinninger See. Viele Verbindungen seien aber noch nicht erschlossen beziehungsweise nicht existent.

Als Beispiel listete hier Dangl den Ort Riedering an sich, die Verbindungen Riedering nach Moosen, nach Lauterbach oder nach Söllhuben und weiter nach Frasdorf und von Moosen nach Prien auf. Deshalb habe der AK – „ohne Eigentumsverhältnisse zu berücksichtigen, und um unnötige Höhenmeter in unserer Landschaft zu vermeiden“, so Dangl – potenzielle Radwege in verschiedenste Richtung erkundet. Auf einer Karte zeigte er mögliche Varianten. Wichtig seien dem Arbeitskreis, dass alle, ob Groß oder Klein, ob Pendler oder Freizeitsportler, ob Einheimischer oder Tourist, die Radwege nutzen können und ebenso wichtig sei die Sicherheit. Dies bedeute unter anderem der Pkw- und Lkw-Verkehr angestiegen.

Dangl betonte abschließend, dass der AK dem Gemeinderat seine konstruktive Mitarbeit anbiete und dass man auf Freiwilligkeit beim Umstieg aufs Fahrrad oder den ÖPNV generell setze. Barbara Fischer stellte das SUR-Konzept eines Radschnellweges von Feldkirchen/Westerham nach Stephanskirchen vor. Die am SUR-Konzept beteiligten Gemeinden erstellten derzeit eine Machbarkeitsstudie.

Ihrer Ansicht nach sei es nur logisch, den Schnellweg nach Riedering und eventuell sogar bis nach Prien zu verlängern.

Bürgermeister Häusler ergänzte an der Stelle, dass die Planung und der Bau von Radschnellwegen von Bund und Land zu 75 Prozent gefördert werden. Grundsätzlich sei man sich im Gremium einig, dass „Luft nach oben“ beim Ausbau von Radwegen auf Gemeindegebiet herrsche, wenngleich die Grundstücksverfügbarkeit problematisch sei, fasste Häusler zusammen. Dominik Summerer (CSU) begrüßte prinzipiell den Ausbau von Radwegen, dort bestünden „große Lücken“.

Flächenverbrauch

vermeiden

Nichtsdestotrotz wolle er Flächenverbrauch vermeiden, ein Ausbau der Seitenstreifen sei vorteilhafter und sicherer, als neue Wege zu erschließen. Sebastian Hamberger (WGS) schloss sich dieser Ansicht an, ebenso Richard Mühlbauer (Freie Bürger Pietzing).

Die Riederinger Rund’n sei doch für Radler geeignet, so der Gemeinderat weiter. Bei der Erschließung neuer Radwege seien zudem dieEigentumsverhältnisse schwierig. Außerdem könne man kaum allen Radfahrern gleichermaßen entgegenkommen, man müsse hier schon zwischen „Rennradler und normalen Radler“ unterscheiden. Marianne Loferer (CSU) sah das ähnlich.

Die Hauptachsen

entlasten

Barbara Fischer vom AK hingegen erklärte, dass man keine Gruppen herausnehmen dürfe. Matthias Pummerer (Freie Wählergemeinschaft Riedering) wies auf die Wichtigkeit hin, die Hauptachsen zu entlasten.

Er favorisierte den Vorschlag, in einer Machbarkeitsstudie einen Radschnellweg bis nach Riedering zu erkunden.

Bürgermeister Häusler befand zusammenfassend, dass der Gemeinderat vorrangig die Erkundung eines Radschnellweges von Feldkirchen/Westermann bis Riedering und weiter sehe und dass vorhandene Wege besser genutzt werden sollten.

SUR-Gemeinden – wer gehört dazu?

Der Stadt-Umland-Bereich Rosenheim (SUR) ist ein Zusammenschluss von 13 Kommunen, die sich zum Ziel gesetzt haben, eine langfristige, nachhaltige und zielorientierte Entwicklung der Region rund um die Stadt Rosenheim zu initiieren und zu koordinieren, und der sich 1996 aus acht Kommunen, nämlich aus der Stadt Rosenheim und den direkt angrenzenden Kommunen, gründete. Als feste Organisations- und Arbeitsgemeinschaft nach dem Gesetz über kommunale Zusammenarbeit (KommZG) definiert sich die SUR inzwischen als „Ideenschmiede“, fest installierter Impulsgeber und interkommunaler Austauschort für den Wissenstransfer untereinander und ist beispielsweise Mitglied im EFRE Förderprogramm der Europäischen Union von 2014-2020. Zwei Projektbereiche beschäftigen u.a. die SUR: Siedlungsentwicklung und Wohnungsbau sowie Mobilität und Verkehr.

Bei letzterem Punkt geht es darum, die Zulaufstrecken nach Rosenheim vom motorisierten Individualverkehr zu entlasten und dafür Angebote für diverse Zielgruppen – also beispielsweise an bestimmten Punkten der Region Umstiegsmöglichkeiten vom Auto auf die Bahn oder eine bessere Anbindung der SUR-Kommunen untereinander – zu schaffen. Im Sommer diesen Jahres wurde in Bruckmühl beschlossen, den Fahrradschnellweg von Feldkirchen-Westerham nach Stephanskirchen auf den Weg zu bringen. Eine Machbarkeitsstudie hatte den Bedarf sowie die technische Machbarkeit bestätigt.

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