Einnahmen müssen zwingend steigen

von Redaktion

Gemeinderat Söchtenau Haushalt 2020 beschlossen – Gesamtsumme bei über zehn Millionen

Söchtenau – Die wirtschaftlichen Aussichten trüben sich ein. Das betrifft auch die Gemeinde Söchtenau und es wird im Jahr 2021 wohl vor allem Gewerbetreibende, Grundstücksbesitzer und Eltern von Kindergartenkinder treffen. In der Haushaltssitzung zum Jahr 2020 sagte Kämmerin Magdalena Prankl: „Ich sehe keine andere Möglichkeit, als die Einnahmen in der im Landkreisvergleich steuerschwachen Gemeinde ab dem Jahr 2021 zu erhöhen.“

Rechtlich
verpflichtet

Rechtlich ist die Gemeinde schließlich verpflichtet, erst die Einnahmen auf einen angemessenen Stand zu erhöhen, bevor sie Kredite aufnehmen darf. Allerdings sind die Hebesätze für die Grundsteuer A (für Land- und Forstwirtschaft), die Grundsteuer B (für Grundstücke, jeweils 300 Prozent) und für die Gewerbesteuer (310 Prozent) schon seit 1998, also seit 23 Jahren, gleichgeblieben. Zudem liegen diese Sätze weit niedriger als im Landkreis-Durchschnitt (316 Prozent, 318 Prozent und 334 Prozent) und als im Mittel im Freistaat (350 Prozent, 347 Prozent und 339 Prozent). Auch die (zuvor um 100 Euro monatlich von der Gemeinde entlasteten) Eltern von Kindergarten-Kindern sollten zurechtkommen. Das Statistische Bundesamt weist im Zehnjahreszeitraum 2008 bis 2018 einen Anstieg der Preise von 11,9 Prozent aus, während die Nettoeinkommen um 26,3 Prozent gestiegen sind. Im Jahr 2020 sind steigende Abgaben allerdings noch unnötig, auch weil die Kämmerin „den Haushalt mit spitzem Bleistift gerechnet“ habe. Die Personalaufstockungen (etwa im Kindergarten, um die Zuschüsse des Freistaates zu erhalten) sorgen allerdings für eine immer schwierigere Haushaltslage. Zudem gebe es schon jetzt einen Investitionsstau. Ohne Abgabenerhöhungen wird es nach Ansicht von Magdalena Prankl schwierig einen leistungsfähigen Verwaltungs-Haushalt vorzulegen.

Bau des

Feuerwehrhauses

Um den Bau des Feuerwehrhauses in Schwabering für geschätzte 1,8 Millionen Euro, den Erwerb von Grundstücken für 1,6 Millionen Euro und den Kauf und den Umbau des VR-Bankgebäudes für geplante gut eine Million Euro sowie weitere Investitionen bezahlen zu können, wird eine Kreditaufnahme von etwas mehr als 2,8 Millionen Euro nötig sein. Der Gemeinderat genehmigte den Haushaltsplan 2020 mit einer Gegenstimme und die Finanzplanung bis 2023 mit zwei Gegenstimmen.

Der Haushaltsplan für das Jahr 2020

Der Verwaltungshaushalt (für laufende Umsätze, quasi das Girokonto):

Höhe: 4,85 Millionen Euro (3,6 Prozent niedriger als 2019). Höchste Einnahmeposten: Einkommenssteuer-Beteiligung mit 1,45 Millionen Euro (1,4 Prozent niedriger als 2019), Gewerbesteuer mit 800000 Euro (13 Prozent weniger als 2019) sowie Schlüsselzuweisungen von 610000 Euro (ein Prozent mehr als 2019).

Die größten Ausgabepositionen: Personalkosten von rund 1,52 Millionen Euro (5,2 Prozent mehr als 2019), Kreisumlage von 1,25 Millionen Euro (minus 0,2 Prozent 2019) und der Netto-Aufwand für den Kindergarten von 452550 Euro (bei Gebühreneinnahmen von 100000 Euro und staatlicher Betriebskosten-Förderung von 290000 Euro; Netto-Aufwand ist 84 Prozent höher als 2019).

Der Vermögenshaushalt (für Investitionen, stark schwankend):

Höhe: Circa 5,71 Millionen Euro (68,9 Prozent mehr als 2019). Die Zuführung aus dem Verwaltungshaushalt muss mindestens die ordentliche Tilgungsrate für Kredite decken, welche im Jahr 2020 auf 185000 Euro betragen soll. Die Höhe der Zuführung beläuft sich auf 239400 Euro (44,3 Prozent weniger als 2019).

Weitere Zuflüsse: Staats-Zuweisungen von 914000 Euro ( minus 8,3 Prozent zu 2019), Verkaufserlöse vor allem von Grundstücken von 870000 Euro (plus 16 Prozent zu 2019), Entnahme aus der Rücklage von 673200 Euro (plus 69,9 Prozent zu 2019, für 2023 keine Entnahme geplant und möglich, denn zum Ende des Jahres 2020 sollen nur mehr rund 264000 Euro an Rücklagen vorhanden sein), Beitragseinnahmen vor allem aus der Wasserwirtschaft von 205000 Euro (minus 32,8 Prozent zu 2019) sowie eine Kreditaufnahme von gut 2,8 Millionen Euro.

Die Gesamtschulden steigen auf knapp drei Millionen Euro (plus 693 Prozent zu 2019). Bis 2023 soll die Schuldenlast um 19,5 Prozent gedrückt worden sein. Dafür werden im kommenden Jahr 185000 Euro getilgt (+60,9 Prozent zu 2019). Weitere Ausgaben: Bauten für 2,81 Millionen Euro (minus 9,5 Prozent zu 2019), Grunderwerb für rund 1,62 Millionen Euro (plus 40 Prozent zu 2019), Erwerb bebauter Grundstücke für 905000 Euro sowie Erwerb beweglicher Sachen für 321000 Euro (+249 Prozent zu 2019).

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