„Wer einen Garten hat, braucht keine Apotheke“

von Redaktion

Herbstversammlung der Oberaudorfer Gartler mit dem „Kräuterwastl“

Oberaudorf – Die Herbstversammlung des Obst- und Gartenbauvereins Oberaudorf, Niederaudorf und Mühlbach fand im Gasthaus Keindl statt. Im vollbesetzten Hubertussaal konnte der Vorsitzende, Franz Hefter, die vielen Besucher, aber vor allen Dingen den Gastredner, Sepp Viellechner, besser bekannt unter „Kräuterwastl“, begrüßen.

Zuerst konnten sich fünf junge Familien über die von der Gemeinde Oberaudorf gestifteten Geburtsbäume freuen. Diese werden auch in Zukunft immer bei den Herbstversammlungen des Obst- und Gartenbauvereins abgegeben. Der Kräuterwastl begann seinen humorvollen und immer mit fundierten Wissen mit dem Appell, dass man die Gesundheit nicht delegieren könne. Er verwies auch gleich auf die großartigen Baumeister der Pyramiden. Er erzählte, dass diese Bauwerke ohne die Schafgarbe, Oliven, Knoblauch und Bier nicht gebaut werden hätten können.

Der Dialog zwischen Mensch und Natur, aber auch zwischen Körper und Seele spiele eine zentrale Rolle. So hob er die Bedeutung und Heilkraft der Wildkräuter hervor, besonders seine Favoritin, die Schafgarbe.

Um Krankheiten zu vermeiden, setzt der Wastl verstärkt auf den „Rettungsweg Harnweg“ und gab auch hierzu seine Erfahrungen und sein gesammeltes Wissen weiter. Auch „fatto a mano“, also die Zubereitung der Speisen mit der Kraft der eigenen Hände, gehört für den Kräuterwastl zu den Schätzen des Lebens. Damit die Küche nicht zum „Tatort“ wird, gab er gezielte Hinweise, welche Zutaten für das eigene Wohlbefinden und die Gesundheit nicht in die Küche gehören.

Besonders schlimm fand der Kräuterwastl, dass in unserer Nahrung die Bitterstoffe fehlten beziehungsweise herausgezüchtet würden. Ausgeglichen werden könne das durch den Löwenzahn, den Giersch aber auch die Zwiebeln. Der Giersch wäre übrigens von den Römern mit in unsere Gegend gebracht, da er ihnen hier so fehlte. Nur einmal gab es ein wenig Diskussionsbedarf und auch Widerspruch, als es um das indisches Springkraut ging. Der Referent, aber auch der Vorsitzende des Gartenbauvereins, als passionierter Imker, verteidigte es als wertvolle Nahrungsquelle der Bienen.

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