„The Voice“ stirbt mit nur 45 Jahren

von Redaktion

Stadionsprecher und Moderator Sascha Thalacker hinterlässt viele trauernde Fans

Prien/Rosenheim – Mit nur 45 Jahren ist am Wochenende Sascha Thalacker verstorben, langjähriger stellvertretender Stadionsprecher der Rosenheimer Starbulls und zuletzt auch Sprecher für die Footballer der Rosenheim Rebels. Der gebürtige Priener, von Freunden und Fans „The Voice“ genannt, lebte mit seiner Familie bei Prien, wo er 1974 zur Welt kam. Er hinterlässt eine Frau und zwei Kinder.

„Leider konnten wir nur eine Saison lang zusammenarbeiten.“ Tief betroffen zeigte sich gestern Andi Schiburr, Vorstand der Rosenheim Rebels. „Erst vor Kurzem habe ich ihn noch besucht.“ Begeistert habe der Chiemgauer DJ und Moderator die jüngsten Erfolge der Rebels mitverfolgt, und auch mitgelitten, wenn eine Niederlage einzustecken war. „Er war immer positiv drauf, es hat großen Spaß gemacht, mit ihm zu arbeiten“, erinnert sich Schibur. Auch bei den Starbulls wird man Thalacker schmerzlich vermissen, wie Marcus Thaller, Vorstand von Starbulls e.V., durchblicken lässt. Ein Höhepunkt sei das Länderspiel Deutschland gegen Schweden vor knapp drei Jahren gewesen, da hat Thalacker zusammen mit Stadionsprecher Stefan „Pfeff“ Dupski im Doppelpack moderiert: „Das war ein tolles Erlebnis. Sascha hat dabei alle Ansagen in Englisch übernommen“, erzählt Dupski den Heimatzeitungen. Auch er ist tief getroffen, kann noch nicht fassen, dass sein langjähriger Freund nicht mehr lebt.

Aus Respekt vor der Familie will keiner von Thalackers Weggefährten ins Detail gehen, doch Dupski bestätigt, sein Freund sei schwer erkrankt gewesen: „Als er mir seine Diagnose mitgeteilt hat und sagte, er müsse jetzt kürzertreten, war das ein großer Schock für mich.“ Dabei hatte Thalacker ihn erst 2018 regelmäßig vertreten. Ein begnadeter Moderator sei er gewesen, erzählt Dupski anerkennend, „wir mussten uns nicht groß vorbereiten. Wir haben uns angesehen, und der andere wusste gleich, was Sache ist.“ Mit Eishockey, da habe er sich ausgekannt: Ehemals selbst Spieler, habe er als Schiedsrichter bis zur Dritten Liga bei Spielen gepfiffen. Sportlich war er, und hatte bis 2007 bei der Bundeswehr eine Offizierslaufbahn verfolgt. „Für die Kameraden hat er auch Radiosendungen bei einem Bundeswehrsender moderiert“, weiß Dupski. Und für gute Musik gesorgt.

Entsprechend trauert nicht nur die Rosenheimer Sportszene um Thalacker, sondern auch die bekannten Clubs. Ob Eiskeller in Aschau, Hundertquadrat und das ehemalige Peaches in Rosenheim, NaNu Traunstein, Bergwerk Altenmarkt oder Wirtshaus Staufeneck in Piding: Als DJ „Nighthawk MC“ stand er hinterm Plattenteller. Ob brandaktuelle Hits oder die Oldies der 1950er – am Mixer war Sascha Thalacker in seinem Element.

Wegbegleiter erinnern sich an sein tiefes Hintergrundwissen zu Musikgeschichte, zu Stilrichtungen und Titeln. House, Black, Rock und Pop – dem ausgebildeten Radiomoderator und Redakteur war kein Bereich fremd.

Schuldienst mit

Musik im Herzen

Hatte es ihn nach seiner Zeit bei der Bundeswehr zum Lehramt für Englisch, Geschichte und Erdkunde hingezogen und zum mehrjährigen Schuldienst an der Realschule Trostberg, nie blieb sein Berufsweg gerade: Denn Herzensthema blieb die Musik. Schließlich warten die Crème de la Crème bekannter DJs, etwa Dario Delago, George Townston und Whity Whiteman, seine Lehrmeister.

Die Region verliert einen leidenschaftlichen Moderator, Macher und kreativen Kopf. „Es war mir eine Ehre, mit Dir zu arbeiten, mein Freund. Mach´s gut“, verabschiedet sich Pfeff Dupski, Starbulls-Stadionsprecher auf Facebook von seinem Weggefährten. Thalacker wird am Freitag, 15. November, um 14 Uhr in Prien beigesetzt.

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