Schwester Alexa und Albert Buchetmann blicken bei ihrer Festansprache auf die 100-jährige Vereinsgeschichte zurück. Fotos Ammelburger
Bad Endorf – Der Katharinenheim Endorf e.V. feiert 2020 sein 100-jähriges Bestehen. Die Auftaktveranstaltung zu einer Reihe von Veranstaltungen anlässlich des Jubiläums war auch gleichzeitig der Rahmen zum feierlichen ersten Spatenstich für das neue Demenz-Zentrum.
Seit 1920 ist das Motto des Katharinenheim Endorf e.V. „Kinder und Senioren in guten Händen“. In der Gründungsversammlung am 10. November 1920 gab sich der Verein den Namen „Kinderbewahranstalt und Landkrankenpflege Katharinenheim Endorf“. Das Ziel des Vereins war den Armen der Gemeinde Obdach zu gewähren, Kranke zu versorgen und nicht schulpflichtige Kinder eine gottesfürchtige Erziehung zukommen zu lassen.
Die Geschichte des Vereins nahm seinen Anfang aber schon früher. Durch die großzügige Wohltäterin Katharina Egger, eine Endorfer Bürgerin, die zum Wohle der Ärmsten in der Gemeinde ihr Anwesen zu besonders günstigen Bedingungen gestiftet hatte, war es erst möglich geworden, ein solches gemeinnützige Haus zu eröffnen und den Verein zu gründen.
Albert Buchetmann, Erster Vorstandsvorsitzender des Katharinenheim e.V., dankte in der Eröffnungsfeier des Festjahres der Wohnbereichsleiterin in der beschützenden Wohngruppe Monika Brich, die er als Sprachrohr aller Bewohner, die nicht mehr für sich selber reden können, bezeichnete.
„Seit Jahren kämpfen sie mit ihrem Team, um eine Wohnsituation passend für demenzkranke Bewohner zu schaffen“, so Buchetmann. „Ich danke ihnen im Namen des ganzen Vereins, dass Sie mit Ihren Forderungen für die Ihnen anvertrauten Senioren immer wieder vorstellig geworden sind, nie aufgegeben haben und sich jetzt mit ihren Mitstreitern im Kompetenzteam Demenzhaus um die Ausgestaltung sorgen.“ Albert Buchetmann erklärte, dass der Neubau des Demenz-Zentrums ein Kraftakt für den Verein sei. „Der Beschluss des Vereins zeigt aber wieder einmal, dass es auch der heutigen Generation gelingt, wie so oft in den vergangenen hundert Jahren, auf die Nöte der jeweiligen Zeit eine Antwort zu geben und zu handeln. Wer schon einmal mit demenzkranken Menschen zu tun hatte, weiß um die Herausforderungen für Pflegekräfte und Angehörige. Das neue Demenz-Zentrum soll Bewohner beste Voraussetzungen für ein menschenwürdiges Leben schaffen, trotz Demenzerkrankung.“ Architekt Günter Möller erläuterte das Projekt Demenz-Zentrum: „Auf drei Ebenen entstehen 45 Pflegeplätze. In einem kompakten Baukörper aus einer Stahl-Betonkonstruktion und wärmegedämmter Holzfassade wird es eine zentrale Zone mit Stationszimmer und Funktionsräume geben. Von dem umlaufenden Flur aus liegen die Bewohnerzimmer auf drei Seiten. Diese haben alle Ausblick auf den Hof oder Garten. Im südwestlichen Teil sind die Wohnküche und der Therapiebereich. Um das Gebäude herum nach Süden wird ein Sinnesgarten sein und nach hinten raus noch mal ein Garten mit Rundweg, den die Bewohner begleitet nutzen können. Mit dem Haus wird die Möglichkeit geschaffen, die Demenzpflege im Ort zu halten und auch dass die Angehörigen in die Pflege integriert werden können.“
Konkrete Form
der Liebe Gottes
Pfarrer Klaus Hofstetter erklärte in seinem geistlichen Gedanken, dass es eine konkrete Form der Liebe Gottes sei, ein Dach über dem Kopf zu haben, ein gutes Zuhause haben zu können – und das in jeder Phase des Lebens. Bürgermeisterin Doris Laban, Architekt Günter Möller, Wohnbereichsleiterin Monika Brich und Erster Vorstandsvorsitzender Albert Buchetmann wurde in einer Feierstunde das Festjahr eröffnet. Mit Schwester Alexa warf Albert Buchetmann ein Blick auf die Schlaglichter der hundertjährigen Geschichte des Vereins, die auch gleichzeitig die Geschichte der aufopfernden Arbeit der Mallersdorfer Schwestern in Endorf ist. Nadja Stiels ließ sich in einer kleinen Gesprächsrunde auf der Bühne heitere Begebenheiten aus dem Katharinenheim von der Ehrenvorständin Walburga Rouselle-Dilly und der Bewohnerin Marianne Bernstorff erzählen. Den musikalischen Rahmen gestalteten Martina und Christian Partsch.