Immer wieder wird ein Vorhaben verschoben, in Neubeuern ist großer Investitionsstau. Wie wollen Sie den auflösen, was als erste, dringendste Maßnahme anpacken?
Es ist so. Die im letzten Jahrzehnt getätigten Investitionen sind sehr überschaubar. Auf den künftigen Bürgermeister kommt ein Berg Altlasten zu. Für die 40 Jahre alte Hohenau-Schule wurden zwar Umlagen eingenommen, aber bei minimaler Instandhaltung keine Rücklagen gebildet. Heuer mussten wir wegen eines Formfehlers wieder einen Bebauungsplan aufheben. Die Kosten für den neuen Bebauungsplan „Am Gereut“ liegen im sechsstelligen Bereich. Wir tilgen jetzt Darlehen, für die zehn Jahre lang nur Zinsen ohne Tilgung bezahlt wurden. Seit 2011 weiß die Gemeinde, dass die Kläranlage saniert werden muss.
Seit Jahren herrscht in Gemeindeverwaltung und Gemeinderat „Gewitterstimmung“ – um es vorsichtig zu formulieren. Wie wollen Sie für ein entspanntes Miteinander in der Gemeinde sorgen?
Gewitterstimmung ist übertrieben. Letztlich möchte jeder Gemeinderat einen konstruktiven und zielorientierten Sitzungsverlauf. Im vergangenen Jahr habe ich 38 Sitzungen geleitet. Von fast allen Räten wurde mir derselbe Respekt entgegengebracht, den ich auch ihnen zollte. Wer bei scharfer oder ungerechtfertigter Kritik die Ruhe verliert, sollte nicht Bürgermeister werden. Ein schlechter Beschluss bleibt ein schlechter Beschluss, auch mit der besten Rhetorik.
Was – ob einfach zu bewältigende Kleinigkeit oder großes Langzeitprojekt – liegt Ihnen ganz besonders am Herzen?
Bereits 2018 hat sich der Gemeinderat für den Erhalt der Mittelschule in Neubeuern entschieden. Jetzt soll die Möglichkeit genutzt werden, Schüler in kleinen Klassen in angenehmer Atmosphäre für den Beruf fit zu machen. Mein besonderer Wunsch ist ein Verkehrskreisel an der Einmündung Auerstraße in die Dorfstraße mit einer Blumeninsel. Jetzt wurde die Petition zur Planung des Brenner-Nordzulaufs online freigeschaltet. Eine große Beteiligung unserer Bürger ist wichtig.