Immer wieder wird ein Vorhaben verschoben, in Neubeuern ist großer Investitionsstau. Wie wollen Sie den auflösen, was als erste, dringendste Maßnahme anpacken?
Die Haushaltssituation ist gemessen an der Aufgabenlast unserer Gemeinde sehr angespannt. Wir müssen durch Konsolidierungsmaßnahmen den Überschuss im laufenden Betrieb erhöhen, damit sich die Gemeinde neue Kredite für die zahlreichen Projekte leisten kann. Als ehemaliger kommunaler Rechnungsprüfer habe ich in diesem Bereich Erfahrung. Ferner müssen wir die Projekte priorisieren. Die Brandschutzsanierung der Schulen ist zügig abzuschließen, dann sind die Herausforderungen bei den weiteren Pflichtaufgaben – wie Kläranlage – zu lösen.
Seit Jahren herrscht in Gemeindeverwaltung und Gemeinderat „Gewitterstimmung“ – um es vorsichtig zu formulieren. Wie wollen Sie für ein entspanntes Miteinander in der Gemeinde sorgen?
Ich bin überzeugt, dass ich in der aktuellen Situation der Kandidat bin, der künftig für ein gutes Miteinander in Rat und Verwaltung sorgen kann. Als neutrale und sachorientierte Person mit Blick von außen, als ehemaliger Stadtrat, dazu Verwaltungsstudium und berufliche Erfahrung in der Rechtsaufsicht und als Geschäftsleiter, kann ich die Sitzungen des Rats moderieren, über mein Wissen das Gremium auch ergebnisorientiert führen. In den letzten drei Jahren habe ich mit allen Fraktionen und Mitarbeitern in der Gemeinde gut und vertrauensvoll zusammengearbeitet und bin im Ort höchst akzeptiert.
Was – ob einfach zu bewältigende Kleinigkeiten oder großes Langzeitprojekt – liegt Ihnen ganz besonders am Herzen?
Besonders am Herzen liegt mir, dass wir die politischen Turbulenzen der letzten Amtszeiten hinter uns lassen, Bürgermeister und Gemeinderat gemeinsam für die Anliegen der Neubeurer da sind. Die großen Herausforderungen der nächsten Jahre wie der Widerstand gegen den Brenner-Nordzulauf, die Konsolidierung des Haushalts, erfordern Mut und Zusammenhalt. Beides will ich in den nächsten Jahren fördern.