Neuer Glanz für historisches Juwel

von Redaktion

Die Sanierung der Basilika in Tuntenhausen ist abgeschlossen. Seit 2016 wurden 7,9 Millionen Euro investiert, mehr als fünf Millionen Euro davon sind Fördermittel. Am Sonntag weiht Erzbischof Reinhard Kardinal Marx das restaurierte Gotteshaus ein.

Tuntenhausen – „Ein großer Moment, ein großes Ereignis steht uns bevor“, betonte Pfarrer Bruno Bibinger zu Beginn des Pressegesprächs anlässlich der Wiedereröffnung der Basilika am kommenden Sonntag, 24. November. Ein Ereignis, das in seinen Augen viele nur einmal im Leben erleben dürfen.

Auch Martin Langner, Leiter der Liegenschaftsabteilung im Staatlichen Bauamt Rosenheim, bezeichnete die Restaurierung als eine herausragende Aufgabe.

Herausragende
Leistung

„Das ursprünglich spätgotische, zwischen 1628 und 1629 zu einer großen dreischiffigen Hallenkirche mit Umgangschor umgebaute Gotteshaus wurde von 2016 an grundlegend statisch instandgesetzt“, erklärte Langner. Auch das Kirchendach musste saniert werden.

„Viele alte Hölzer waren nicht mehr zu verwenden.“ Zudem sei es nicht einfach gewesen, Handwerker zu finden, die diese traditionellen Arbeiten noch durchführen können.

Ein Gotteshaus
voller Schätze

Hans Rohrmann von der Hauptabteilung Kunst im Erzbischöflichen Ordinariat wies auf die zahlreichen Schätze im Gotteshaus hin: „Tuntenhausen war schon immer eine bedeutende Wallfahrtsstätte, weshalb wir hier auch eine ganz herausragende künstlerische Ausstattung vorfinden.“ Er verwies unter anderem auf die Votivbilder, die in ihrer Art einzigartig sind.

Das Restaurierungskonzept sollte den gewachsenen Stil erhalten. „In Anbetracht der besonderen Raumkonstellation wurde auf einen Altar versus populum verzichtet, da letztlich weder innerhalb der Gnadenkapelle noch davor ausreichender liturgischer Raum vorhanden war“, klärte Alexander Heisig vom Ordinariat auf. Da aber angesichts der Länge der Kirche eine Erhöhung für den Standort des Ambos und des Vorstehersitzes zwingend notwendig war, sei eine neue Podestanlage zwischen den Antritten der Seitenaltäre und der Chorstufe geschaffen worden.

„Sie setzt sich deutlich im Zuschnitt und Dimension von den Seitenaltären ab“, so Heisig. Eine weitere Neuerung betrifft das Chorgitter. Sein massiv trennender und abweisender Charakter wurde aufgebrochen, indem man den bestehenden Graphitanstrich veränderte. In Anlehnung an die Erstfassung des 17. Jahrhunderts wurden die Rosetten und Bündchen an allen Gittern wieder vergoldet, sodass Lichtpunkte den hermetischen Charakter aufbrechen.

Wallfahrt hat
hohen Stellenwert

Die neue Raumsituation respektiert den umfangreichen historischen Bestand und verleiht so dem neuen liturgischen Ort Präsenz und funktionale Grundlage. Pfarrer Bruno Bibingerwies auf den hohen Stellenwert der Wallfahrt hin: „Die Wallfahrer kommen aus München und Traunstein, von Salzburg und Tirol zu uns. Jährlich sind das zwischen 80 und 90 Wallfahrtsgruppen.“

In die Sanierung der Tuntenhausener Basilika wurden 7,9 Millionen Euro investiert. 3,74 Millionen Euro steuert der Staat dazu bei, den Rest die Kirche. Dazu kommt noch ein denkmalpflegerischer Zuschuss des Staates in Höhe von 1,35 Millionen Euro.

Wenige Tage vor der Wiedereröffnung können Rudolf Froschmayer und Martin Langner vom Staatlichen Bauamt stolz prophezeien, dass der finanzielle Rahmen eingehalten werden dürfte. Eine Seltenheit in der heutigen Zeit, aber Langner nannte auch die Gründe dafür: „Viele Abstimmungen, zahlreiche Gutachten und keine großen Änderungswünsche der Verantwortlichen.“

Entscheidungen mit
Sorgfalt getroffen

Hier sei eben besonders gewissenhaft gearbeitet worden, betonte das Amt für Denkmalspflege. Alle Entscheidungen seien mit besonderer Sorgfalt getroffen worden. Auch eine weitere Herzensangelegenheit der Tuntenhausener wurde Realität: die neue Orgel. „Rund 18 Jahre hat es seit Gründung des Orgelbauvereins gedauert, ehe wir nun unser Prachtstück einweihen können“, sagte Bibinger. Die Kosten von circa 360000 Euro musste die Pfarrgemeinde fast allein stemmen.

Am Sonntag wird die restaurierte Basilika um 10 Uhr mit einem großen Festgottesdienst im Beisein von Erzbischof Reinhard Kardinal Marx eingeweiht.

Dazu sind alle Bürger eingeladen, gemäß dem Motto der Feierlichkeiten aus dem Johannesevangelium: „Kommt und seht!“

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