Flächenmanagement und Schutzwald beschäftigen Gemeinderat Aschau

von Redaktion

Auch Auswirkungen von Lawinenabgängen in der Region beleuchtet – Buch über Römerfunde in Planung

Aschau – Viele Informationen erhielt der Aschauer Gemeinderat bei seiner Sitzung. Bürgermeister Sepp Loferer erläuterte dem Gremium, welche Anstrengungen die Gemeinde Schleching bei ihrem Flächenmanagement in den vergangenen Jahren gemacht habe. Diese Erfahrungen können auch in Aschau übernommen werden, um künftig Wohnraum flächenschonend mittel- oder langfristig zur Verfügung stellen zu können, ohne dass dabei Flächen im Außenbereich in Anspruch genommen werden müssten.

Der Gemeinderat beschloss einstimmig, ein Flächenmanagement zu erstellen und beauftragte die Verwaltung, Angebote von geeigneten Planungsbüros einzuholen und dem Gemeinderat vorzulegen.

Felix Wölfl, Forstdienststellenleiter von Aschau und Sachrang, stellte die Waldarbeiten im Priental vor. Ausführlich erläuterte er die Funktion des Schutzwaldes und seine Bedeutung für die Siedlungen am Fuße der Berge. Er stellte fest, dass der Schutzwald sehr häufig durchlöchert sei und durch diese Löcher Lawinenrutsche bis in die Talböden möglich seien.

„Der Wald
ist geschwächt“

Der Wald sei geschwächt durch Überalterung, durch den Borkenkäfer und durch Wildverbiss; bei Aufforstungsmaßnahmen müsse darauf geachtet werden, einen gesunden Mischwald anzusetzen, der im Zusammenwirken seine Schutzwaldfunktion erfüllen könne.

Mit eindrucksvollen Bildern aus den letzten Jahren zeigte er die Ausmaße, die Lawinenabgänge annehmen können und die Auswirkungen im Gelände.

Dr. Ulrich Feldmann und Professor Dr. Natascha Mehler vom Heimat- und Geschichtsverein (HGV) Aschau informierten das Gremium über den Stand der römischen Funde im Gemeindegebiet und ein dazu geplantes Buch, in dem die Funde vorgestellt und wissenschaftlich aufgearbeitet werden sollen.

Der Aschauer Hobbyarchäologe und Sondengänger Sebastian Aringer hat in den vergangenen Jahren rund 350 römische Objekte in Gräbern aus der römischen Kaiserzeit gefunden. Das „Angebot“ reicht dabei von Lanzenspitzen über Messer bis hin zu Schuhnägeln, von Gewandfibeln über diverse Münzen und Ringe bis zu mehreren Kuhglocken und Teilen eines Pferdegeschirrs. Der HGV Aschau will nun Dr. Cordula Nagler-Zanier beauftragen, diese Funde in einem Buch zu dokumentieren und eine historische Auswertung zu erstellen, die die Funde in gefälliger populärwissenschaftlicher Form präsentieren soll.

Das Vorhaben soll im Rahmen des Leader-Projekts verwirklicht werden. Der Löwenanteil der anfallenden Kosten entfiele auf Leader, für die Gemeinde Aschau verbleiben 12280 Euro.

„Das muss uns unsere Geschichte schon wert sein“, so Bürgermeister Peter Solnar und empfahl das Angebot anzunehmen. Die Mehrheit des Gemeinderates schloss sich dem an, lediglich Benno Pertl (PTL) und Werner Runte (CSU) stimmten gegen das Vorhaben.reh

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