Umzug von Zimmer 2 auf den Chefsessel

von Redaktion

Der parteilose Christoph Schneider (28) ist neuer Bürgermeister in Neubeuern

Neubeuern – Im Rathaus des Kulturdorfes Neubeuern wird eine Stelle frei. Die Bürger beförderten den bisherigen Geschäftsleiter Christoph Schneider mit 62,9 Prozent der abgegebenen gültigen Stimmen zum neuen Bürgermeister. Er tritt sein Amt am 1. Dezember an.

„Es ist einfach überwältigend, dass sogar die sechs davor steht. Jetzt wird erst mal gefeiert“, so der strahlende Wahlsieger. „Herausforderungen sind genug da. Ich kann mich nur bei allen bedanken, die sich für mich eingesetzt haben. Es ist gut, dass das Wahlergebnis so eindeutig ausgefallen ist.“

Die Übergangszeit
gut hinbekommen

Mit seinen beiden Stellvertretern steckt er in den nächsten Tagen die Köpfe zusammen. „Wir setzen uns erstmal zu dritt zusammen, und überlegen, wie wir die Übergangszeit bis zur Kommunalwahl gut hinbekommen. Danach ist sowieso wieder vieles anders.“

3363 Frauen und Männer waren am Sonntag zur vorgezogenen Bürgermeisterwahl aufgerufen. 2446, also 66,8 Prozent, gingen zur Wahl in einem der vier Stimmbezirke in der Hohenau-Schule oder gaben ihre Stimme per Briefwahl ab. Ein Dutzend aber schaffte es, eine ungültige Stimme abzugeben.

2434 gültige Stimmen abgegeben

Es blieben 2434 gültige Stimmen über, von denen 1532 auf den 28-jährigen Schneider entfielen. 669 Stimmen oder 27,5 Prozent der Stimmen gingen an Martin Schmid von der Beurer Bürgernähe, 233 Stimmen oder 9,6 Prozent bekam Gemeinderat Hubert Lingweiler von den Grünen.

Schneider, geboren in Augsburg und aufgewachsen im hessischen Steinau an der Straße, ist parteilos, ging für die Unabhängigen Neubeurer ins Rennen und bekam Unterstützung von CSU und Freien Wählern. Seine sachliche Auseinandersetzung auch mit den unangenehmen gemeindlichen Themen sieht er als einen der Erfolgsgaranten. Mit Kompetenz und Offenheit wolle er punkten, hatte Schneider bei der Bekanntgabe seiner Kandidatur im späten Frühjahr gesagt. Kompetenz, die er sich durch ein Verwaltungsstudium und die Tätigkeit am Landratsamt Rosenheim erwarb, bevor er als Verwaltungschef nach Neubeuern wechselte. Und auch als Stadtrat in seiner hessischen Heimat von 2011 bis 2014.

Intensiver Wahlkampf inklusive Fußball

Offen zeigte sich Schneider in einem intensiv geführten Wahlkampf bei einer Bergwanderung, bei Nachbarschafts- und Stammtischgesprächen, bei einer Fahrt zu einem Bayern-Spiel in der Allianz-Arena. Fußball im Wahlkampf? Ja, denn Schneider ist leidenschaftlicher Fußballer. Nach einem Kreuzbandriss allerdings schon sehr früh auf der Funktionärsebene. Kaum nach Rosenheim gezogen, war er Abteilungsleiter beim ASV Happing.

Die Verwaltung freut sich mit Schneider

Seine Kolleginnen und Kollegen im Rathaus strahlten am Sonntagabend mit dem frisch gewählten Bürgermeister um die Wette. Der Umzug von Zimmer2 ins Bürgermeisterzimmer am ersten Adventswochenende sollte mit ihrer Hilfe schnell über die Bühne gehen.

Hubert Lingweiler nahm das Ergebnis sportlich: „Es war ein fairer Wahlkampf und es kann nur einer gewinnen.“

Martin Schmid war so schnell aus der Wahlzentrale in der Hohenau-Schule verschwunden, dass er für eine Stellungnahme nicht mehr zu erreichen war.

Die vorgezogene Bürgermeisterwahl war nötig geworden, weil Hans Nowak (Beurer Bürgernähe) aus gesundheitlichen Gründen sein Amt nach nur fünfeinhalb Jahren abgegeben hatte.

Artikel 6 von 11