Zehn Jahre Brannenburger Tafel

von Redaktion

30 bis 40 Bedürftige kommen jeden Mittwoch – „Wir könnten noch mehr versorgen“

Brannenburg – Seit zehn Jahren gibt es die Brannenburger Tafel in der Garage des Busunternehmers Benno Steinbrecher. Dieser hatte zu Beginn des Projekts zusammen mit dem damaligen Pfarrer Bernhard Bielasik die notwendige Ausstat-tung organisiert, die Formalitäten erledigt, die Helfer angeworben, bei Geschäften angefragt und die Organisation übernommen. Nach wie vor engagiert sich Steinbrecher ehrenamtlich für die Tafel in der Kirchenstraße, ebenso wie 15 Mitarbeiter, die jeden Mittwoch Dienst tun.

Aussuchen ohne
Stress und Druck

Ab 13 Uhr wird jeder einzeln in die Busgarage hereingebeten, damit es drinnen nicht zu eng wird. Dort geht es ruhig, aber dennoch geschäftig zu. Die Frauen hinter der Theke fragen jeden Kunden nach seinen Wünschen. Außerdem wird angeboten, was gerade üppig da ist, vor allem Gemüse und Obst. Aber auch Grundnahrungsmittel wie Öl, Mehl und Eier sind vorhanden, dazu Drogerieartikel und Brot.

Anfangs mussten manche Besucher noch lernen, was eine Tafel ist: Dass es nicht immer alles gibt, dass die Mitarbeiterinnen unentgeltlich arbeiten und dass man warten muss und nicht gleich drankommt. Inzwischen aber läuft es gut und jeder geht mit vollen Taschen zufrieden raus.

30 bis 40 Menschen kommen meist, die für sich und ihre Familien Lebensmittel holen. Auf der Liste stehen noch mehr Berechtigte, aber nicht immer kommen alle. Manche Menschen sind so sparsam, dass sie nur alle paar Wochen vorbeischauen, andere haben nicht immer eine Fahrgelegenheit. Die Brannenburger Tafel versorgt auch Menschen aus Flintsbach und Nußdorf. Jeder, dessen Einkommen unter 770 Euro liegt (mit Ehepartner oder Kindern gibt es andere Grenzen), kann mit einem Einkommensnachweis ins Brannenburger Pfarramt gehen und sich einen Tafelausweis holen. Damit gibt es dann jeden Mittwoch Lebensmittel.

Spenden von
örtlichen Geschäften

Diese und auch die Drogerieartikel werden von den örtlichen Geschäften gespendet und von Helfern der Tafel abgeholt. Manchmal sind es Waren kurz vor dem Ablaufdatum, manchmal eine aufgerissene Pa-ckung oder in einem Gemüsenetz ist ein Stück schadhaft. Nach Ostern gab es eine große Kiste hochwertiger Schoko-Osterhasen. Was nicht mehr verkäuflich, aber noch einwandfrei ist, wird gesammelt und für die Tafel bereitgestellt. Und häufig legen die Händler noch Waren drauf.

Die Liste der Geschäfte, die die Tafel unterstützen, ist lang: Bäckerei Bockmeier aus Raubling, Bauernhof Braun, Bäckerei Daiser, Lebensmittelmarkt Kaffl, Metzgerei Kürmaier, Bäckerei Miedl, Netto, Penny, Drogeriemarkt Rossmann und der Edeka-Markt Prechtl. „Ohne den Prechtl könnten wir zusperren“, sagt Steinbrecher, „von ihm kommt das meiste“.

Wenn gegen 14.30 Uhr die Kunden weg sind, sind die Ehrenamtlichen noch nicht fertig. Sie übernehmen nicht nur die Warenausgabe, sondern auch das Aufräumen und Putzen. Lebensmittel, die nicht bis zum nächsten Mittwoch haltbar sind, werden zur Tafel nach Kiefersfelden gebracht, die donnerstags geöffnet hat.

„Die Leute sollten sich trauen, hierher zu kommen. Die Rentner vor allem“, so Steinbrecher. „Wir könnten noch mehr versorgen. Für eine geringe Rente oder eine Notlage braucht sich niemand schämen.“

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