Neubeuern – Der letzte Arbeitstag. Hans Nowak, heute, Samstag, 30.November, offiziell noch Bürgermeister von Neubeuern, blickt mit einem lachenden und einem weinenden Auge auf seine nur fünfeinhalb Jahre währende Amtszeit zurück. Aus gesundheitlichen Gründen zieht er sich heute ins Privatleben zurück. „Ich kann erhobenen Hauptes durch den Ort gehen“, sagt Hans Nowak. Und drückt seinem Nachfolger Christoph Schneider sämtliche Daumen.
Herr Nowak, was sagen Sie zum Wahlausgang?
„Christoph Schneider hat einen sachbezogenen Wahlkampf gemacht und die Neubeurer haben das honoriert. Ich gratuliere ihm von Herzen. Für seinen Start im neuen Amt wünsche ich Christoph Schneider viel Erfolg, den Mut zur Veränderung, ungebrochene Energie und immer ein glückliches Händchen bei seinen Entscheidungen. Neubeuern braucht einen Neuanfang.“
Im Rückblick: Auf welche Entscheidungen und Maßnahmen sind Sie stolz, über was freuen Sie sich?
„Die Sanierung des Kiosks am Neubeurer See werte ich als vollen Erfolg. Schaut man sich bei gutem Wetter den Betrieb im ‚Valuga am See‘ an, sieht man die Attraktivität und das große Einzugsgebiet des Sees. Ebenso konnte ich die Umgestaltung des Marktplatzes abschließen, die Sanierung des in die Jahre gekommenen Kanalnetzes beginnen, den Hochwasserschutz vorantreiben und wir haben einen Investor gefunden, der eine Seniorenwohnanlage mit Tagespflege im Ort bauen will. Der Familie Schatt danke ich für ihren unermüdlichen Einsatz in Sachen Ampelanlage. Ohne diesen wäre die Anlage wohl noch nicht Realität.“
Hat es Spaß gemacht, Bürgermeister zu sein?
„Ja, weil die Neubeurer immer hinter mir gestanden haben. Weil ich mit ihnen viel Schönes erleben durfte, wie zum Beispiel das Gaufest des Trachtenvereins, die Marktbeleuchtung oder die Schlosskonzerte – immer wieder ein Genuss. Meine Frau Claudia hat mich immer unterstützt und war häufig mit mir bei Veranstaltungen, was wir beide geschätzt haben.“
Und dann kamen die schwarzen Tage…
„Ja, dann kamen die Kontroversen mit Gemeinderäten aus verschiedenen Fraktionen, irgendwann auch aus meiner eigenen, es kamen die Angriffe. Ich hätte eigentlich gerne noch eine zweite Amtszeit gemacht. Aber die Auseinandersetzungen und die Gesundheit ließen es nicht zu. Was ich bedauere: Wegen der Reibereien blieb vieles unerledigt, weil keine Entscheidungen mehr fielen.“
Wie ist Ihre aktuelle Gemütslage?
„Ich freue mich, wenn es der 30. November um Mitternacht ist und ich meine Zeit nur mit meiner Familie und Freunden verbringen kann. Ich bin bereit für etwas Neues.“