Flintsbach/Inntal – Nach 13 Jahren intensiver Arbeit wurde jetzt der Verein Inntal pro Kharikhola (IPK) aufgelöst. Der Verein blickt auf eine beispiellose Erfolgsgeschichte zurück: Im Laufe der Jahre konnten Hilfsleistungen in Höhe von sage und schreibe 260000 Euro direkt in Nepal erbracht werden. Spenden, mit denen eine Vielzahl von Projekten in dem Bergdorf Kharikhola umgesetzt werden konnten.
Krankenstation
aufgebaut
Bereits 1996 wurden erste Kontakte nach Nepal geknüpft. Durch Trekking-Touren im Solokhumbu haben Heinz Schauer und Alexander Rupp den Ort Kharikhola und dessen Bevölkerung kennen und lieben gelernt. Schon zu dieser Zeit wurde durch private Spenden das Dorf unterstützt. Der Aufbau einer lokalen Krankenstation, für die ein Grundstück zum Preis von 750 DM erworben wurde, zählte zu den ersten Aktivitäten. Für die Krankenstation konnte auch eine Wasserturbine zur Stromgewinnung beschafft werden. Hierzu waren die Verlegung einer Wasserleitung und der Bau eines Staudamms notwendig.
Im Frühjahr 2006 wurde schließlich der Verein Inntal pro Kharikhola e.V. zur Unterstützung von Kindern und Jugendlichen in Kharikhola, im Distrikt Solo, gegründet. Der Bau zweier Girls-Hostels sollte es jungen Mädchen, die in weiter entfernten Dörfern leben, ermöglichen, die Schule in Kharikhola zu besuchen. Die Erweiterung des gesamten Schulgebäudes um ein Vordach ermöglichte während der Monsunzeit den trockenen Zugang zu den Klassenräumen und sorgte dadurch für einen geregelten Schulunterricht. Diese Projekte wurden durch die große Spendenbereitschaft der Inntalbevölkerung und von Freunden und Bekannten der Vereinsmitglieder ermöglicht. Nachdem Nepal im Jahre 2015 von einem verheerenden Erdbeben heimgesucht wurde, explodierte die Spendenbereitschaft geradezu. Mehr als 100000 Euro wurden allein für den Wiederaufbau und die Direkthilfe in Nepal gespendet. Um die Hilfsleistungen nicht nur auf das Dorf Kharikhola zu beschränken, wurde 2015 die Satzung erweitert, wodurch auch andere vom Erdbeben betroffene Dörfer unterstützt werden konnten. In den folgenden Jahren wurden vier Schulen in vier verschiedenen Orten neu errichtet, eines der Girls-Hostels wiederaufgebaut sowie Direkthilfe vor Ort geleistet. Weitere erfolgreiche Projekte, wie der Bau eines Lama-Schüler-Hostels und der Kauf eines Grundstücks für einen Kindergarten, wurden getätigt. Außerdem wurden einige Jahre lang die Gehälter zweier Lehrkräfte an der Shree Kharikhola Secondary High School übernommen. All diese Projekte wurden in Absprache mit der lokalen Bevölkerung durch IPK gefördert. Die Projekte wurden so geplant und umgesetzt, dass die Bevölkerung vor Ort im Stande ist, diese in Zukunft selbstständig weiterzuführen. Gemeinschaftsprojekte zusammen mit anderen Organisationen kamen für IPK nicht in Frage.
Reisekosten wurden
selbst getragen
Die Verwaltungskosten beliefen sich auf 1,36 Prozent. Sämtliche Reisekosten wurden von den Mitgliedern, die sich von Zeit zu Zeit vor Ort selbst ein Bild der Arbeiten gemacht haben, stets selber getragen. Die IPK-Mitglieder: „Vielen Dank an all die großen und kleinen Spender, die durch eine Einmalspende oder immer wiederkehrende Spenden, dies alles ermöglicht haben.“ Die noch verbleibenden sehr geringen Reserven werden an zwei gemeinnützige Organisationen im Inntal verteilt.