Von schwarz zu rot

von Redaktion

Bad Endorfs Zweiter Bürgermeister Wolfgang Kirner (CSU) wechselt zur SPD

Bad Endorf – Die CSU-Fraktion im Bad Endorfer Gemeinderat hat seit Anfang des Monats ein Mitglied weniger: Wolfgang Kirner, Zweiter Bürgermeister in Bad Endorf und seit elf Jahren Mitglied der CSU-Fraktion, hat Partei und Fraktion verlassen und ist nun parteiloses Mitglied des Gemeinderats. Der Hintergrund: Kirner wollte von der CSU als Bürgermeisterkandidat aufgestellt werden, ist aber bei der Aufstellungsversammlung seinem Gegenkandidaten Alois Loferer mit 30 gegen 34 Stimmen unterlegen. Bei einem Gespräch kurz nach der verlorenen Wahl, so Wolfgang Kirner, sei er dann von der SPD gefragt worden, ob er sich nicht vorstellen könne, sich dort als Bürgermeisterkandidat zu bewerben. Deren Aufstellungsversammlung wird am 6. Dezember stattfinden, Kirners Parteiaustritt also die notwendige Voraussetzung, um hier antreten zu können.

Ehrlicher
Dialog im Vorfeld

Für die CSU ist dies, wie Fraktionssprecher Alois Loferer sagt, verständlicherweise nicht die Entwicklung, die man sich erhofft hätte, denn man habe gerne mit Wolfgang Kirner gearbeitet. Er sei ein engagierter Kommunalpolitiker, den man nicht leichten Herzens verliere. Für Alois Loferer aber geht es in der Politik in erster Linie um den Dienst an den Bürgern und damit, wie er betont, nicht zuletzt um den ehrlichen Dialog mit ihnen.

Voraussetzung dafür wiederum sei ein gesundes Miteinander auch im Gemeinderat, denn ehrlichen und offenen Dialog mit den Bürgern könne man nur versprechen, wenn man fairen Umgang auch im Gemeinderat praktiziere. Von daher sei klar, dass man letztendlich den Wunsch Wolfgang Kirners, sich um das Bürgermeisteramt bewerben zu können, respektiere.

Wolfgang Kirner selbst sagt, dass ihm die Entscheidung, die CSU zu verlassen, nicht leichtgefallen sei – schließlich habe er mit seinen Fraktionskollegen eng und gut zusammengearbeitet: „Das war schon auch wie eine Familie“. Es seien in Endorf in den nächsten Jahren aber viele Vorhaben zu stemmen, was, so seine Überzeugung, nur gelingen kann, „wenn die Endorfer das Gefühl haben, dass ihr Gemeinderat – Bürgermeister eingeschlossen – mit ihnen an einem Strang zieht“. Dieses Gefühl aber, so meint Wolfgang Kirner, habe er in den vergangenen knapp sechs Jahren als Zweiter Bürgermeister wohl bei allen erzeugen können, mit denen er in direkten Kontakt gekommen sei: „Zerst mit de Leit redn und dann zsamm opacka“, das sei seine Stärke, aber auch das, worauf es seiner Überzeugung nach in Endorf in den nächsten Jahren ankomme.

Den Vorschlag, sich bei der SPD um die Aufstellung als Bürgermeisterkandidat zu bewerben, habe er deshalb nach kurzer Überlegenszeit aufgegriffen, wobei, wie er sagt, entscheidend gewesen sei, dass zwei wichtige Dinge gepasst hätten: Erstens schätze er die SPD-Fraktionsmitglieder und habe immer gut mit ihnen zusammenarbeiten können. Vor allem aber sei das Bemühen, „de kloana Leit mitkemma zlassn“ für ihn schon immer ein wichtiger Aspekt seiner Arbeit gewesen und er fühle sich deshalb bei der Gemeinderats-SPD durchaus gut aufgehoben.

Eine Sicht, die die SPD-Fraktion teilt. Auch hier betont man, dass sich Kirner in seiner bisherigen Arbeit als Zweiter Bürgermeister und Gemeinderat immer sehr stark für soziale Belange engagiert und hier nachweislich einiges mitbewegt habe.

„Kein Fremdkörper
für die Partei“

Er wäre deshalb kein Fremdkörper für die Partei, meint SPD-Gemeinderat Walter Kindermann, sondern jemand, der hervorragend zu den inhaltlichen Schwerpunkten passe, die die Bad Endorfer SPD für sich sehe. „Aus diesem Grund sind wir froh, dass sich Wolfgang Kirner bei unserer Versammlung um die Aufstellung als Bürgermeisterkandidat bewirbt.“

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