Neubeuern – Bereits 100 Jahre ist es her, dass Pankraz Eutermoser, der Urgroßvater des derzeitigen Kapellmeisters Bernd Eutermoser, das Dirigentenamt in Neubeuern übernommen hat – und seit dieser Zeit wurde die Kapelle fast ununterbrochen und sehr erfolgreich von einem Mitglied dieser musikalischen Familie geleitet.
Technische Brillanz und große Spielfreude
Mit dieser geschichtlichen Tatsache, aber auch vielen anderen Fakten führte Franz Leidl die Zuhörer durch das Herbstkonzert der Musikkapelle, das von einer unglaublichen Vielseitigkeit bei gleichzeitiger technischer Brillanz und großer Spielfreude geprägt war. Mit einem „Allegro Marciale“ aus Verdis Oper „Nabucco“ setzte die Kapelle gleich zu Beginn ein musikalisches Ausrufezeichen, das mit der folgenden Ouvertüre „Der Liebesbote“ („Il postiglione d’amore“) von Alfred Bösendorfer unterstrichen wurde.
Es folgte mit der „Reise zum Ende der Welt“ von Benjamin Yeo ein imposantes Tongemälde, bevor sich die Zuhörer über eine mitreißende Zusammenstellung von Melodien aus dem Musical „Les Misérables“ freuen durften. Mit dem bekannten „Fliegermarsch“ von H. Dostal ging der erste Teil des Konzertabends zu Ende. Mit einem schmissigen Marsch, „P.O.S“ von Edward Maj, wurden die Besucher aus der Pause geholt, bevor die Kapelle mit der Polka „Meine Liebe“ von Christian Höcherl erneut ihre Feinfühligkeit bei der Interpretation böhmischer Blasmusik unter Beweis stellte.
Der moderne Teil des Konzerts war von klanggewaltigen Nummern geprägt: Zum einen ertönte die bekannte Filmmusik von „Star Trek“ (Raumschiff Enterprise), danach wurde die Spannung von James Bond-Filmen in einem Medley auf eindrucksvolle Art und Weise musikalisch dargestellt.
Mit einer „80er Kulttour“ wurden Ohrwürmer wie „Skandal im Sperrbezirk“ oder „Tausend Mal berührt“ aus dieser besonderen Zeit der „Neuen Deutschen Welle“ überzeugend und mitreißend dargeboten, was von den Zuhörern begeistert aufgenommen wurde.
Mit einem Ohrwurm auf den Heimweg
Danach gab es noch zwei tolle Zugaben zu hören: Zum einen den Marsch „Gruß an Böhmen“ und für den Nachhauseweg zum Weitersummen die weltberühmte „Biene Maja“ des heuer verstorbenen Schlagersängers Karel Gott. Mit lang anhaltendem Beifall bedankte sich das Konzertpublikum bei der Musikkapelle für diesen vielseitigen und unterhaltsamen Abend.