Das Weihnachtspostamt hat eröffnet

von Redaktion

Beim „Holzwurmdratzer“ in Amerang beantwortet das Christkind jeden Kinderbrief

Amerang – Wie erfährt das Christkind, was sich die Kinder wünschen? Am besten ganz klassisch per Brief. Deshalb hat die Postfiliale in Amerang jetzt einen eigenen Kasten für Wunschzettel an das Christkind aufgehängt. Es wird allen Kindern bis Heiligabend sogar persönlich antworten.

Das hat das Christkind schon im vergangenen Jahr getan. 30 Briefe warfen die Kinder damals ein. Sie wurden bearbeitet vom Sekretariat des Christkinds, das auch heuer ein Büro in Amerang in der Halfinger Straße 2 eröffnet hat. Denn Unterstützung beim Sammeln, Ordnen und Beantworten der vielen Briefe der Kinder kann das Christkind gut gebrauchen, weiß Christian Breu, Inhaber des „Holzwurmdratzers“, einem Geschenkeladen für nachhaltige Produkte mit Postfiliale.

Per Luftpost in

den Himmel

2018 hatte Breus Schwiegermutter Petra Sonnenhuber dem Christkind zum ersten Mal das Angebot unterbreitet, es bei der Postbearbeitung zu unterstützen. Auch heuer hat die Ameranger Zweigstelle des Weihnachtspostamts wieder geöffnet. Petra Sonnenhuber und Julia Breu springen wieder als Sekretärinnen des Christkinds ein.

Kinder geben ihre Briefe in der Postfiliale beim „Holzwurmdratzer“ auf – mit einem Extra-Stempel und einer Extra-Briefmarke. Die Wunschzettel werden per Luftpost in den Himmel geschickt.

„Das Christkind wird auch heuer jeden Brief, der bis zum dritten Advent eintrifft, beantworten“, verspricht Christian Breu, der seit der erfolgreichen Postassistenz 2018 einen besonders guten Draht zum Christkind hat. Es hat ihm erzählt, dass es sich trotz der stressigen Adventszeit die Mühe macht, per Hand zu schreiben.

So war es schon 2018, als die Kinder aus Amerang und Umgebung Post vom Christkind bekamen. Mal versprach es, auf jeden Fall beim Verfasser des Briefes vorbeizuschauen, mal lobte es die liebevolle Gestaltung der Briefe („toll hast Du das gemalt“). Die Mädchen und Buben hatten sich in der Tat sehr viel Mühe gemacht: Zeichnungen mit Motiven aus der Adventszeit schmückten die Schreiben, Sticker mit Sternen und viel Glitzer waren aufgeklebt, Sätze und Worte liebevoll in Schreibschrift aufgemalt worden. „Das Christkind war begeistert“, erinnert sich Christian Breu.

Manchmal haben das Christkind und sein Helferteam aus Amerang auch ein paar Tränchen vergossen, erzählt er – wenn sich ein Mädchen nichts Materielles wünschte, sondern, dass der kranke Opa wieder gesund wird, oder ein Bub Grüße an ein verstorbenes Familienmitglied in den Himmel schickte.

Ob Rupert, der sich 2018 „ein Netendo und Schpile zom beischbil Mario und Mariokat“ wünschte, oder Lena, die Ausstattungen für die Barbiepuppe auf ihren Zettel geschrieben hatte, auch das Ersehnte bekommen haben, wissen die Ameranger Helfer des Christkindls nicht. Doch sie erinnern sich gerne an die strahlenden Kinderaugen und die vor Aufregung glühenden Wangen, wenn die Mädchen und Buben ihre Briefe fertiggestellt, gestempelt und in den Kasten geworfen hatten.

„Was wird das Christkind wohl zurückschreiben?“, fragen sich die Kinder auch heuer. Im Vorzimmer der Christkindlwerkstatt ist schon alles vorbereitet für die Beantwortung der Schreiben. Die Stifte sind gespitzt, die Briefumschläge liegen parat. Jetzt heißt es bis spätestens Heiligabend, das Christkind bei der Beantwortung unterstützen.

Das Weihnachtspostamt ist von außen durch ein gelbes Postschild zu erkennen und montags bis freitags von 9 bis 12 Uhr sowie von 15 bis 18 Uhr und samstags von 9 bis 12 Uhr geöffnet. Drinnen gibt es an der Ladentheke einen Extra-Kindertisch mit Stempeln und Luftpostbriefmarken. Der Briefkasten ist an seiner Lichterkette zu erkennen.

Das ist gut so, denn die Post in Amerang ist rein optisch keine normale Post. Die typisch gelbe Ausstattung gibt es nicht beim „Holzwurmdratzer“. Der Laden wird seinem Namen gerecht: Hier werden nur nachhaltige Geschenkartikel verkauft – viele von ihnen aus Holz, außerdem von Hand hergestellte Kosmetik, Geschirrtücher aus Biobaumwolle, Weihnachtskugeln aus Indien, fair gehandelt, Geschirr aus regionalen Manufakturen, Bücher von Ameranger Autoren.

Eine Post in

Holz statt in Gelb

Mit dem „Holzwurmdratzer“ hat sich der gebürtige Griesstätter Christian Breu einen Lebenstraum erfüllt. Er ist eigentlich gelernter Banker, folgte im Jahr 2014 seiner Leidenschaft für das Naturmaterial Holz und stieg um. Er kaufte 2015 das Sägewerk aus dem Jahr 1928 in der Halfinger Straße in Amerang, baute es zur Werkstatt mit Laden und Atelierwohnung um und eröffnete 2016 den Laden.

Der Plan, auch die in Amerang dringend benötigte Postfiliale zu integrieren, ging zuerst nicht auf. Denn die gelben Kunststoffmöbel der Post kamen Christian Breu nicht ins Haus. Doch dann konnte er sich doch mit der Post einigen – und jetzt darf er hier alle Serviceleistungen rund um Annahme und Verschicken von Briefen und Paketen anbieten – an einer 120 Jahre alten Ladentheke aus einer früheren Bäckerei, ergänzt durch alte Holzregale. Da passt das nostalgische Christkindlpostamt auch perfekt hinein.

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