Der ewige Lehrer ist verstorben

von Redaktion

Nachruf Franz Reichenauer war Konrektor in Amerang sowie Rektor in Eggstätt

Amerang – Im Alter von 81 Jahren verstorben ist der ehemalige Konrektor der Ameranger Volksschule Franz Reichenauer.

Geboren wurde er am 22. Mai 1938 in Maria-Kulm, Egerland, im heutigen Tschechien, als zweitältester Sohn von Amalie und Johann Reichenauer. Von insgesamt neun Geschwistern verstarben drei im Kindesalter. Nach dem Zweiten Weltkrieg und der Vertreibung aus der Heimat siedelte sich die Familie in Waldhausen an, wo Franz seine Kindheit und Jugend verbrachte. Von 1946 bis 1951 besuchte er die Volksschule Waldhausen und war Ministrant in der Kirchengemeinde.

Am Luitpold Gymnasium Wasserburg legte er 1960 das Abitur ab. Nicht selten verzichtete Franz beim täglichen Schulweg auf den Bus, und ging entweder zu Fuß oder im Winter auf Skiern zur Schule. Denn so konnte die Familie in den harten Nachkriegsjahren Geld sparen. Während seiner Studienzeit an der Pädagogischen Hochschule München, Pasing begann er mit seinem größten Hobby, dem Fußball.

Fußball als

größtes Hobby

Er spielte in München bei der Studentenmannschaft und zuhause beim SV Jettenbach. Es kam vor, dass er die Strecke München-Jettenbach mit dem Fahrrad bewältigte, nur um sich die Teilnahme an einem Spiel zu sichern. Zur Finanzierung des Studiums arbeitete Franz nebenbei in der Brauerei Toerring in Jettenbach und in München in einem Holzhandel. Bei der Brauerei war ein Kasten Bier pro Woche im Lohn inbegriffen – den er meist gewinnbringend verkaufte.

Mit Abschluss des ersten Staatsexamens im Jahr 1963 war er als Lehrer an der Volksschule Künzing in Niederbayern tätig. Dort lernte er seine spätere Ehefrau Annemarie kennen, eine Wirtstochter aus dem benachbarten Osterhofen. 1964 wechselte Franz von Künzing nach Amerang an die Volksschule. Im Jahr 1966 folgte der Abschluss des zweiten Staatsexamens. Im Juli 1967 gaben sich Annemarie und Franz im Standesamt Osterhofen das Ja-wort. Im März 1968 kam schließlich Sohn Klaus zur Welt.

Vorsitzender

beim SV Amerang

Seitdem wohnhaft in Amerang engagierte sich Franz Reichenauer für den SV Amerang. Im Jahr 1970 wurde er stellvertretender Vorsitzender, bis er im Februar 1981 Georg Rechl als Vorsitzenden ablöste. Neben seinem Lehrerberuf, den Reichenauer mit großer Leidenschaft und Engagement ausübte, galt seine Liebe dem Ballsport jeglicher Art. Ob Fußball, Tennis, Basketball oder Volleyball – er war ein Kenner und Könner. Gerne unternahm er Fahrten mit dem Kajak – auf Inn, Salzach und Donau.

Reichenauer war beliebt. Nicht selten wurde er aus seinem Nachmittagsschläfchen gerissen, weil ein paar Mädchen oder Buben ihrem geliebten „Reichi“ in der Schule einen Besuch abstatten wollten. Franz Reichenauer genoss dieses Ansehen, war sich aber seines Erziehungsauftrags bewusst und bewahrte sich seine Autorität als Lehrer.

Seine Begabung für den Beruf wurde schnell erkannt, und führte im Jahr 1976 zur Beförderung zum Konrektor. 1982 begann die Familie Reichenauer ein Haus im Finkenweg zu bauen. In den 80er-Jahren war Franz als Konrektor in Amerang tätig. Seinen Einsatz für den Sportverein führte er fort, bis er im Jahre 1990 als Rektor an die Volksschule Eggstätt wechselte. Dort blieb er bis zu seiner Pensionierung im Jahre 2002.

Seit dem Jahr 2007

im Ruhestand

Doch mit dem Ruhestand mit 65 konnte sich Franz nicht so recht anfreunden. Der Lehrerberuf lag ihm zu sehr am Herzen, deswegen arbeitete er weitere fünf Jahre weiter in München, an der Privatschule am Isartor. 2007 wechselte er endgültig in den Ruhestand. Er verbrachte nun wieder mehr Zeit im Kreise seiner Familie. Große Freude hatte er an seinem Enkelsohn Michael.

Doch im Jahr 2009 setzten gesundheitliche Probleme ein. Aufgrund eines Herzinfarkts und Lungenödems wurde Reichenauer ins Klinikum eingeliefert. Dort verstarb er vier Wochen später im Beisein seiner Ehefrau und seines Sohnes.

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