36 Jahre sind Hans Loy genug

von Redaktion

Kommunalwahl 2020 Ein Urgestein der Kommunalpolitik lässt die Karriere ausklingen

Prutting – 17.Juni 1953. Der Tag des Volksaufstandes in der DDR. Und der Geburtstag von Hans Loy. Aus dem Mann musste ja ein Politiker werden. Einer, der auch gegen Widerstände ankämpft, wenn er es für sinnvoll erachtet. Der das als VdK-Ortsvorsitzender und Behindertenvertreter im VdK-Landesverband auch weiter tun wird. Für sein Dorf allerdings bald nur noch am Rande. Denn am 30.April 2020 um Mitternacht verabschiedet sich Hans Loy nach 36 Jahren aus der Pruttinger Kommunalpolitik. „Es ist genug“, hält der CSU-Mann fest.

Er hätte noch einmal gedurft, der Hans Loy. Auch wenn Prutting ab 1.Mai von einem Berufsbürgermeister regiert wird. Für die Altersgrenze ist er sechs Wochen zu jung. Und vor ein paar Wochen sah es auch noch so aus, als kandidiere er nochmal. Die örtliche CSU hatte sich Ende September für Loy als Bürgermeisterkandidaten ausgesprochen. Es wäre seine dritte Amtszeit geworden. Zu tun gäbe es auch noch genug. Die Seniorenwohnanlage wird Loy als VdKler und Mitglied des Arbeitskreises Soziales weiterbegleiten und das Theater um das Schutzgebiet des neuen Trinkwasserbrunnens „muss bis dahin beendet sein“, verkündet Loy energisch. Um den Brenner-Nordzulauf will sich Kreisrat Hans Loy kümmern.

Hauptamtlich „hätt‘
nicht sein müssen“

„Wollt Ihr mir auf meine alten Tage noch das Gehalt erhöhen?“, kommentierte leicht spöttisch Hans Loy die Entscheidung des Gemeinderates, dass künftig ein hauptamtlicher Bürgermeister im Rathaus sitzen soll. Er selber sei eher dafür gewesen, den Posten nebenamtlich zu lassen, sagt Loy, denn das lasse eher Kandidaturen von Selbstständigen zu, die ihre Firma weiterlaufen lassen wollen. Der Rat entschied anders.

Das habe aber auf seine Entscheidung keinerlei Einfluss gehabt, versichert Loy. Viel wichtiger war ihm, dass seine CSU einen geeigneten Kandidaten aufstellt. Mit Johannes Thusbaß, den die Pruttinger CSU heute, Montag, offiziell nominieren wird, ist Hans Loy ausgesprochen zufrieden. Und so zog er den Schlussstrich unter seine Zeit als Politiker.

Denn eines will er seiner Nachfolgerin oder seinem Nachfolger nicht antun: Als Gemeinderat weitermachen und jede Entscheidung des oder der Neuen hinterfragen. Das findet Hans Loy ganz schlechten Stil. Also ist Schluss. „In 36 Jahren Kommunalpolitik tritt man natürlich dem einen oder anderen auf die Füße und erntet böse Reaktionen“, sagt Loy. Ein Blick zurück im Zorn ist das nicht, Hans Loy ist mit sich und seiner Arbeit im Reinen.

Langweilig wird es Hans Loy auch nach dem 1.Mai sicher nicht. Seine Frau freut sich, dass ihr Hans künftig mehr Zeit für die Familie hat. Schließlich wartet da auch eine kleine Enkelin auf den Opa.

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