Stephanskirchen – Am Tulpenweg entsteht eines der größten Baugebiete seit Jahrzehnten, die neue Turnhalle in Schloßberg ist fertig, der neue Trinkwasserbrunnen ist gebohrt, die Erweiterung der Grundschule Stephanskirchen beschlossen, die Vereinbarung zur Umsetzung des Verkehrsgutachtens Salzburger/Innstraße ebenso abgeschlossen wie der Vertrag zum Bau eines weiteren Pflegeheimes in Schloßberg und die Suche nach einem Standort für das neue Feuerwehrgerätehaus in Schloßberg hat begonnen. Und bei alledem ist die Gemeinde Stephanskirchen immer noch schuldenfrei. Das war nur ein Teil des Rückblicks auf 2019, den Bürgermeister Rainer Auer (parteifrei) in der letzten Gemeinderatssitzung des Jahres vortrug. „Ich habe selber gestaunt, was wir alles gemacht haben“, gestand Auer, „wenn man das ganze Jahr dahinwerkelt, verliert man schon mal den Überblick“.
Auch in dem Rückblick waren schon Themen für den Ausblick enthalten. Den letzten Ausblick des Bürgermeisters Rainer Auer, denn er tritt bei der Kommunalwahl als Landratskandidat an, gibt am 30. April um Mitternacht den Bürgermeisterposten nach zwölf Jahren auf.
Die nächsten Wochen und Monate stünden sicher im Zeichen der Kommunalwahl, so Auer, dabei sollten alle Beteiligten nicht vergessen, was sie gemeinsam geschafft hätten. Denn letztlich hätten sie alle die gleichen Gegner: Desinteresse und Anspruchsdenken. Deswegen sollten die Parteien und Gruppierungen im Wahlkampf fair miteinander umgehen, „denn Sie müssen und wollen ja nach dem 15.März weiter miteinander arbeiten.“
Trotz Wahlkampf seien natürlich schon etliche Projekte für 2020 angedacht oder in Vorbereitung. Die Kanalsanierung in Haidholzen und der Ausbau der Sudetenlandstraße waren in der aktuellen Sitzung Thema, wurden beide auf den Weg gebracht.
In Schloßberg soll eine Waldkindergartengruppe entstehen, die Planung für den neuen Ortsteil Haidholzen Südost wird mit massiver Beteiligung der Bürger entstehen (wir berichteten), das ehemalige C+C-Gelände wird überplant, die Gemeinde startet neue Projekte bei der Biodiversität und tritt dem Energienetzwerk bei, die Vorplanung für den Radschnellweg der SUR von Stephanskirchen nach Feldkirchen-Westerham läuft an und das Verfahren zum Wasserschutzgebiet des neuen Trinkwasserbrunnens beginnt. Etliches wird Auer noch mit anschieben, für alles Weitere wünschte er den Nachfolgern „weiterhin eine glückliche Hand“. Karl Mair (Parteifreie) räumte ein, dass er nichts dagegen hätte, wenn Auer mit seinem Verhandlungsgeschick den Nachfolgern noch den einen oder anderen Stein aus dem Weg räumt. Und natürlich wünsche das ganze Gremium Auer viel Glück für die Zeit ab dem 1.Mai.
Dass gerade ein scheidender Bürgermeister die letzte Sitzung des Jahres für Dankesworte nutzt, ist nachvollziehbar. Die Zusammenarbeit mit seinen beiden Stellvertretern sei immer vertrauensvoll und von Sympathie getragen gewesen, so Auer, die mit dem Gemeinderat gut, vertrauensvoll und im Sinne der Sache streitbar. Und mit „seiner“ Verwaltung? „Es war – und ist ja noch ein paar Monate – eine tolle Zusammenarbeit. Wir sind zusammengewachsen und haben Spaß miteinander“, schwärmte der Bürgermeister geradezu und gab zu: „Das werde ich vermissen.“