Vogtareuth – Elegante Abendroben, eine festlich geschmückte Turnhalle und Gäste in bester Feierlaune: Der Vogtareuther Gildeball war ein gelungener Höhepunkt in der Faschingssaison. Mit 250 Besuchern waren alle Karten ausverkauft, acht Gastgilden hatten ihr Kommen angekündigt. Zwischen den Auftritten konnten die Gäste selbst das Tanzbein schwingen. Die Band „Vieraloa“ sorgte für die passende Musik dabei.
Keinen offiziellen Tanzauftritt hatten die Aktiven der Vogtareuther Faschingsgilde. Sie haben nur jedes zweite Jahr ein eigenes Programm und befanden sich damit heuer in ihrer „Faschingspause“. In den Armee-Kostümen der Vorsaison unter dem Motto „Links, Zwo, Drei Vier – Vogtareuth im Rhythmus der Army“ waren die Tänzer natürlich trotzdem am Start – sie übernahmen die Begrüßung der Gäste und führten die Gastgilden zur Bühne. Repräsentative Aufgaben hatte auch das Prinzenpaar, Regina I., gütige Herrscherin der vielen Talente aus dem Reich des kreativen Handwerks und Anton I., meisterlicher Befehlshaber über Holz und Hobel aus der verbündeten Nachbarskaserne. Sie thronten neben der Tanzfläche auf einem gemütlichen Sofa und überbrachten den Gästen Geschenke, Blumen und ein Schlückchen aus dem mit Hochprozentigem gefüllten Zepter.
Auftakt
machen Piraten
Nach der Begrüßung von Johann Bauer, dem Vogtareuther Faschingspräsident, ging es los. Den Auftakt im ersten Show-Block machte die Faschingsgesellschaft aus Neubeuern. Sie enterten als Piraten die Bühne. Eine intergalaktische Reise trat anschließend die Faschingsgilde aus Rosenheim an. Mit ihrem Programm „outa space“ entführte sie in neue Galaxien voller wummernder Beats. Verträumt wurde es bei der Stadtgarde Wasserburg. Sie machte mit den Gästen eine Reise in das Wunderland. Ihr Programm „Alice“ zeigte den Kampf mit der roten Herzkönigin, sprechende Hasen und Grinsekatzen.
Durch den Abend führte Vogtareuths Hofmarschall Peter Rottmoser, der wie gewohnt zahlreiche Späße und Anekdoten zum Besten gab. So sei etwa der Ehrengast des Abends, Zweiter Bürgermeister Johann Bauer in Vertretung von Bürgermeister Rudolf Leitmannstetter, kurzerhand mit dem Bulldog angereist, weil sein Auto nicht ansprang. Echte Profis sind die Vogtareuther Gäste schon beim Klatschen. In vielen Gildebällen hat Rottmoser mit dem Publikum den „Einen Applaus!“ einstudiert – ein einmaliges Klatschen, das soviel zählt wie elf Minuten tosender Lärm.
Prinzenpaar aus Prien muss improvisieren
Diese lobende Anerkennung zeigten die Vogtareuther auch bei den Auftritten der weiteren Gastgilden aus Raubling, Bad Endorf, Prien, Aschau und Prutting. Etwas improvisieren musste das Prinzenpaar aus Prien. Da der Prinz wegen Erkrankung kurzfristig ausfiel, sprang sein Vorgänger aus der vergangenen Saison, Prinz Jakob I., ein. Er legte mit der aktuellen Prinzessin, Ihrer Lieblichkeit Maria I., einen Walzer aufs Parkett. „Bravourös gemeistert!“, so das Lob der Zuschauer.
Die Faschingsgilde Prutting brachte mit ihrem Programm „Super Mario is back“ ein Gameboyspiel auf die Bühne. Die Aktiven der Nachbargemeinde stehen in enger Partnerschaft zu den Vogtareuthern. Beide wechseln sich jährlich mit einem eigenen Programm ab. So war die Vogtareuther Faschingsgilde zum Inthronisationsball bereits bei den Nachbarn zu Besuch und konnte deren Show bewundern. „Das geht nicht spurlos an uns vorbei“, sagte Vorstandsmitglied Stephan Rinser dazu. Man fiebere mit und werde sehnsüchtig nach dem Fasching. Doch eine programmfreie Saison habe auch gute Seiten. Denn so werde der Fasching nicht alltäglich und anstrengend. So haben die Aktiven von der Vogtareuther Gilde nicht nur alle mit anpacken können, um reibungslos einen Gildeball auf die Beine zu stellen. Auch die ersten Vorgespräche zum neuen Programm in der nächsten Saison laufen schon. „Aber es ist noch nix fix“, meinte Rinser augenzwinkernd.
Der Vogtareuther Gildeball als einer der ersten im Landkreis ist auch bei den Gastgilden immer ein Höhepunkt. Denn für viele ist der Terminkalender noch nicht so voll, dass sie am Abend gleich weiter müssen. So trafen sich auch diesmal viele Tänzer und Vogtareuther Gäste nach dem Showteil an der Bar im Untergeschoss der Turnhalle und feierten bis in die Morgenstunden.