Schutz vor neuen Fluten

von Redaktion

Hochwasserrückhaltebecken Rothbach fertiggestellt – Kosten über 2,5 Millionen Euro

Riedering – Nach nur knapp einem Jahr Bauzeit wurde im November das südlich vom Wertstoffhof liegende Hochwasserrückhaltebecken (HWRB) für den Rothbach in Riedering fertiggestellt – Anlass für eine offizielle Einweihung, wenngleich bei der Veranstaltung kein rotes Band durchgeschnitten wurde, sondern das Bauwerk erklärt wurde. Bürgermeister Josef Häusler konnte zahlreiche Gäste auf dem Hochwasserdamm begrüßen, darunter die Vertreter der Fachfirmen, Gemeinderatsmitglieder, Mitarbeiter der Verwaltung, des Bauhofs und der Baufirmen Swietelsky und Rauscher sowie zahlreiche Anwohner.

Appell an die

Eigenvorsorge

Häusler bedankte sich bei Riederinger Familien für das Überlassen von Flächen für den Dammbau und von Einstauflächen und sprach gleichzeitig auch allen Mitwirkenden an Planung, Bau, Überwachung und Finanzierung seinen Dank aus. Die Starkregenereignisse von 2011 und 2014 hätten gezeigt, wie wichtig ein Hochwasserschutz-Konzept sei, auch wenn der Gemeinderat nicht immer alle Entscheidungen dafür einstimmig mitgetragen habe. Dr. Hadumar Roch vom Wasserwirtschaftsamt lobte das Hochwasserschutzkonzept der Gemeinde: Eine umfassende Gesamtschau für ein ganzes Gemeindegebiet sei einmalig im gesamten Landkreis. Das Bauwerk, 160 Meter lang, sechs Meter hoch und mit einem Rückhaltevolumen von 100000 Kubikmetern sei keineswegs überdimensioniert, sondern biete eine hohe Grundsicherung. Was aber nicht bedeute, dass man die Eigenvorsorge vernachlässigen dürfe, so der Wasserexperte. Für das Bauwerk wurden bislang 2,6 Millionen Euro ausgegeben, die jedoch zu 65 Prozent durch den Freistaat Bayern bezuschusst werden. Er halte es da mit Erich Kästner: „Es ist besser, Deiche zu bauen, als zu hoffen, dass die Flut Vernunft annimmt.“ Michael Trayer von der Firma Steinbach Consult bescheinigte dem Bauwerk samt der noch innerörtlich ausstehenden technischen und ökologischen Gewässerausbau-Maßnahmen die beste Wirtschaftlichkeit. lm Vorfeld seien viele Varianten geprüft worden. Das Regenrückhaltebecken sei mit 100000 Kubikmeter Rückhaltevolumen für ein Hochwasserereignis von 100 Jahren ausgelegt.

Bach wurde

umgeleitet

Auch Trayers Kollege Simon Fröhling sprach von einer „Berechtigung“ des Bauwerks: Während der knapp einjährigen Bauphase, in denen der Bach teilweise umgeleitet wurde, sei das Fundament zweimal überschwemmt worden, gemessen an der Regenmenge aber „nur“ ein Hochwasserereignis von zehn Jahren.

Im ersten Bauabschnitt habe man aufgrund des schlechten Bauuntergrunds Rüttelstopfsäulen gesetzt, dann erfolgte die Dammschüttung und der Bau des Durchlasses. Die Doppel-Träger aus Stahl bilden den Grobholzrechen für Treibholz, der Gitterkasten am Fuß des Beckens sei für feineres Material gedacht, so der Ingenieur weiter. Der rechteckige Einlauf beim Gitterkasten diene als Schieber, am anderen Ende des Damms seien zwei Auslässe, ein rechteckiger und ein zweiter runder. Der runde habe einen separaten Schieber und soll bei einer Fehlfunktion als Ersatz-Auslass dienen. Wie schon alle Vorredner, bedankte sich anschließend auch Bauleiter Herbert Voit von der Firma Swietelsky für die Zusammenarbeit von Gemeinde, Behörden und Ingenieursfirmen, problematisch seien bei den Arbeiten „nur der Regen und der Untergrund“ gewesen, fügte er mit trockenem Humor zu. Häusler konnte sich am Schluss der Veranstaltung nicht verkneifen, noch einmal auf den im Mai letzten Jahres geäußerten Vorwurf, der Dammbau für den Hochwasserschutz am Rothbach entwickle sich zu einem Millionengrab, einzugehen. Der dazu angerufene Bund der Steuerzahler habe nach Überprüfung der Unterlagen befunden, „keine unsachgerechte Verwendung von öffentlichen Mitteln zu erkennen“. Seitdem der Hochwasserschutzdamm fertiggestellt sei, habe es kaum geregnet, aber er wünsche sich, wie schon Dr. Roch gesagt habe, dass das Bauwerk nie überlaufe.

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