Stephanskirchen – Es wird ausnahmslos jeden treffen und es gibt nur eine Chance, den Verlust gering zu halten: Kontrolle. Das ist das Fazit der Gemeinde Stephanskirchen, des Sanitärbetriebs Ernst Wagner und von Richard Eder nach einem Schaden, der Letzteren knapp 2300 Euro kostete. Dieser Schaden betrifft das Sicherheitsventil bei der Wasserversorgung, das Überdruck im Warmwasser-Boiler ausgleichen soll.
Drei Monate lief das Wasser ungenutzt in den Kanal
Nach rund 30 Jahren im Betrieb versagte dieses Verschleißteil zu Beginn des Jahres 2019 in Richard Eders Haus. Etwa drei Monate lang floss das von der Gemeinde gelieferte Wasser in den Kreislauf im Haus, wobei das marode Sicherheitsventil jedoch eine enorme Menge davon sofort wieder ungenutzt in den Kanal entließ.
Erst im April bemerkte der Pensionist die sich drehende Wasseruhr neben der Waschmaschine und konnte sich keinen Reim darauf machen. Schließlich verbrauchte er zu diesem Zeitpunkt keinen Tropfen Wasser. Der zu Hilfe gerufene Handwerker tauschte das Ventil aus und legte einen kurzen Teil des Abflusses offen, damit womöglich entweichendes Wasser gehört und gesehen werden kann.
Jüngst erhielt Eder die Wasserrechnung der Gemeinde und eine Nachforderung von 2268,92 Euro für die „nur“ ein viertel Jahr dauernde ungeahnte Wasserverschwendung.
Die Gemeinde Stephanskirchen liefert an rund 3000 Haushalte Wasser. Bei rund zwei Prozent im Jahr kommt es zu den gleichen Schäden, wie in Eders Haus. Etwa 50 Kunden erschrecken also beim Öffnen der Wasser-Jahresrechnung. Um die Wasseruhr regelmäßig überwachen zu können, rät die Verwaltung, den Ablauf und den Wasserzähler leicht einsehbar zu halten. Der Sanitätsbetrieb bedauert, dass eine technische Überwachung unmöglich ist und mahnt: „Das passiert in jedem Haus beziehungsweise, das wird in jedem Haus immer wieder passieren.“
Richard Eder kontrolliert nun jede Woche die Wasseruhr und notiert sich die Zählerstände. Er ist in der Lage, den Verlust mittlerweile mit Humor zu sehen: „Seit einer Woche trinke ich kein Wasser mehr. Das ist mir zu teuer. Und mit einem leichten Moselwein am Morgen die Zähne zu putzen macht richtig Laune.“ Falls das Wasser jedoch das gesamte Jahr sinnlos in den Kanal geflossen wäre, der Schaden also mehr als 9000 Euro betragen hätte, sagt er, wäre ihm nicht zum Scherzen.