„Gamsgebirg“ aus 900 Kehlen

von Redaktion

Stadt- und Landball Rosenheim: Beste Laune, tolle Auftritte und ein wenig Wehmut

Mit Alice und der Wasserburger Stadtgarde im Wunderland.

Super Marios attraktive Helferinnen von der Pruttinger Garde.

Rosenheim – Einen besonderen, einen unvergesslichen Abend versprach Rosenheims Hofmarschall Mario Schmitt den rund 900 Gästen beim Stadt- und Landball und er hatte leicht reden: Sechs Gilden aus dem Landkreis, die Band „neBRASSka“, die für die Tanzmusik sorgte, dazu zwei Auftritt des eigenen Hofstaats – der Abend konnte gar nicht anders, als beeindruckend werden.

Tanzfläche war den ganzen Abend voll

Das sah eindeutig auch das Publikum so, das gute Laune offenbar schon von vornherein mitgebracht hatte. Denn für den Erfolg eines solchen Balls gibt es ja durchaus Gradmesser. Einer davon ist die Belegung der Tanzfläche und die war schon ganz am Anfang, nach dem Stichwort „Alles Walzer“ und noch bevor überhaupt eine Garde aufgetreten war, voll besetzt. Eine Tatsache, die sich den ganzen Abend nicht ändern sollte.

Und noch einen Gradmesser gibt es, allerdings nur dann, wenn wie an diesem Abend die Neubeurer auftreten. Die gehen nicht ab, ohne zum Abschluss ihre Nationalhymne „Gamsgebirg“ gesungen zu haben. Und wie das Publikum dabei mitgeht, ob es von selbst aufsteht, mitsingt und die Arme schwenkt, oder dazu erst überredet werden muss, das sagt einiges über die Stimmung im Saal aus. Am Samstag bedurfte es jedenfalls keinerlei Überzeugungskraft – der ganze Saal ein wogendes Armemeer und das „Gamsgebirg“ aus 900 Kehlen intoniert – spätestens da, am Ende des zweiten Showblocks, war klar: der Abend ist ein hundertprozentiger Erfolg.

Garden entführten in verschiedene Welten

Das Publikum war bis dahin ja auch schon durch ganz verschiedene Welten geführt worden. Die Pruttinger nahmen mit ins Innere eines Computerspiels, „Prutting, the next level – Super Mario is back“ heißt das dortige Motto und dem Spiel entsprechend gab es natürlich auch einen Affen, der versuchte Prinz Christopher I. als Super Mario und Prinzessin Lisa I. als Peach beim Prinzenwalzer zu stören – natürlich ohne Erfolg.

Ballettreifer Auftritt der Wasserburger

Dann die Wasserburger, die wieder einmal keinen Aufwand gescheut hatten, um Alice aus dem Wunderland auf die Bühne zu bringen – mit tollen Kostümen, einem ballettreifen Auftritt, der durch geradezu akrobatische Hebefiguren noch zusätzliche Glanzlichter bekam – einer Show, der selbst das Prinzenpaar Fabian I. und Magdalena II. nur beiwohnen konnte.

Die Aiblinger dagegen begannen wieder mit einem klassischen Walzer, Prinz Josef I. und Katharina I. verwiesen mit ihrem Tempo und ihrer Dynamik schon auf den Showblock der Garde: da zeigten die Aiblinger was für ein wildes Spektakel losbricht, wenn die Geister freigelassen werden, denn „Aibling tanzt zur Geisterstunde“ ist das dortige Motto.

Bei den Neubeurern entführten Fabian I. und Barbara I. das Publikum zu den Piraten – reizvoll der Gegensatz zwischen der Garde, die von Anfang an aufs Tempo drückte und dem Prinzenpaar, dessen Walzer von großem Gefühl, Romantik und Anmut bestimmt war. Dass aber auch in ihrem Herz Piratengeist steckt, zeigten sie dann in einem temporeichen Showteil, bevor ihr Auftritt dann, wie erwähnt, in die „Nationalhymne“ mündete.

„Irish Tap“ im Kampf Gut gegen Böse

Der Abend war aber damit noch lange nicht am Ende, denn von den Piraten ging es nach Irland, bekanntlich ein Land voller Sagen und Märchen, weshalb die Bernauer mit ihrem Prinzenpaar Patricia I. und Florian III. auch eine Geschichte erzählten vom Kampf zwischen Gut und Böse. Die Atmosphäre war auch wirklich richtig irisch, nicht zuletzt wegen Prinzessin Patricia I., die immer wieder durch Elemente eines irischen Stepptanzes beeindruckte.

Magisch blieb es auch bei den Aschauern, die nicht nur dem Motto nach „völlig verhext“ waren, sondern auch bei der Show der Gardemädchen und vor allem bei der des Prinzenpaares, Philip I. und Prinzessin Franziska II. – das zwischendurch noch das Kostüm wechselte.

Und dann – ja dann kam ja noch der Höhepunkt, die Show der Rosenheimer. Waren sie am Anfang noch ganz klassisch aufgetreten beim Gardemarsch und dem Walzer von Martin I. und Sandra II., so führten sie jetzt in neue Galaxien und waren dabei in der Tat völlig „abgespaced“: Sie legten eine Show von einem dermaßen aberwitzigem Tempo auf die Bühne, dass das Publikum zu Begeisterungsstürmen hingerissen wurde.

Alles in allem ein Abend, bei dem die Seelenlage von Schirmherrin und Schirmherr verständlich wurde: Altlandrat Josef Neiderhell zeigte sich glücklich darüber, dass er dem Ball noch einmal mit vorstehen durfte, obwohl er, wie er sagte, 2014 geglaubt hatte, das sei nun das letzte Mal gewesen. Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer hingegen war über ihren letzten Stadt- und Landball als Oberbürgermeisterin durchaus auch ein bisschen traurig. Sie nutzte aber die Gelegenheit, um sich bei Reinhold Frey, dem Ersten Vorsitzenden des Wirtschaftlichen Verbandes Rosenheim, noch einmal ausdrücklich dafür zu bedanken, dass ein so tolles Ereignis über schon so viele Jahre hinweg möglich gemacht worden sei. Eine Aussage, der das Publikum nur aus ganzem Herzen zustimmen konnte.

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