Kiefersfelden – Bis zur Kommunalwahl sind es noch fünf Wochen. Eine Panne hat die CSU Kiefersfelden aber schon jetzt zu verkraften: Wegen eines Formfehlers wird ihre Liste um zwei Plätze gekappt.
Liste umfasst
nur noch 18 Namen
Zwei mal zwei ist gleich minus zwei. Unsinn aus der Sicht des Mathematikers, korrekt nach der Kiefersfeldener Vorwahl-Arithmetik. Denn die CSU hatte zwei Kandidaten – Christian Knoblich und Isabella Ritter – jeweils doppelt aufgestellt. Weil sie sich bei diesem an sich erlaubten Manöver einen Lapsus erlaubte, müssen die beiden Doppelbenennungen gestrichen werden. Die CSU-Liste umfasst damit nur noch 18 Namen.
Der Wahlausschuss der Gemeinde unter seinem Vorsitzenden Michael Priermeier hatte vier Listen zur Gemeinderatswahl geprüft – die der CSU, der SPD, der Grünen und der Unabhängigen Wählerschaft Kiefersfelden (UW). 20 Mitglieder zählt der Marktgemeinderat, ebenso viele Namen dürfen auf der Liste stehen.
Daran hatten sich die Parteien auch alle gehalten, wenn auch zum Teil mit Mehrfachnennungen. Was erlaubt ist, etwa wenn eine Partei bestimmten zugkräftigen Kandidaten die Aussicht auf bessere Ergebnisse einräumen will. Oder wenn sie zu wenige Bewerber hat. Die CSU jedenfalls platzierte Christian Knoblich und Isabella Ritter doppelt, versäumte es aber, sowohl über den Vorgang an sich als über die beiden Doppelbenennungen geheim abstimmen zu lassen. Damit war diese Benennung formal ungültig, wie der Wahlausschuss der Gemeinde feststellte. Dieser Beurteilung schloss sich nach Auskunft von Michael Priermeier auch die Rechtsaufsicht beim Landratsamt in Rosenheim an. Und so waren auf der Liste der CSU die betreffenden Plätze zwei und drei ersatzlos zu streichen.
Unter den Gestrichenen – ihr Name befindet sich damit nur noch einmal auf der Liste – befindet sich die Ortsvorsitzende Isabella-Ines Ritter. Sie nimmt den Formfehler auf ihre Kappe. „Das war mein Verschulden im neuen Amt des Ortsvorsitzenden“, sagt die 26-Jährige, die seit April vergangenen Jahres den Ortsverband leitet. „Wir machen das Beste draus, wir starten motiviert. Wir haben immer noch die jüngste Liste, und die Liste mit den meisten Frauen.“
Listenkreuz, häufeln,
oder panaschieren
Was heißt der Aufstellungs-Schnitzer nun konkret für die CSU? Viel oder wenig, je nachdem, wo und wie oft der Wähler sein Kreuz macht. Der Wähler in Kiefersfelden hat an sich 20 Stimmen. Er kann aber auch einfach eine Liste ankreuzen – dann gehen alle seine Stimmen an diese Partei oder Wählergruppe. Er darf aber auch Kandidaten mehrerer Listen ankreuzen – das nennt man Panaschieren. Und er darf einzelnen Kandidaten innerhalb einer Liste bis zu drei Stimmen geben, das nennt man Häufeln oder Kumulieren. Damit können zugkräftige Kandidaten innerhalb ihrer eigenen Liste nach vorne „gehäufelt“ werden.
Bis zu zehn
Prozent Verlust
Nimmt man den unwahrscheinlichen Fall an, dass alle Kiefersfeldener ausschließlich nach Partei und nicht nach Kandidat wählen, wäre der Schaden am größten. Denn der CSU fehlen dann von vornherein zwei von 20 Stimmen – was einer Zehn-Prozent-Einbuße in einem ohnehin schon schwierigen Wahlrennen entspräche. „Ja, mei“, sagt Ritter, „ärgerlich ist das schon.“
Man setze aber eben nun noch entschlossener auf Quantität statt Qualität.
Nicht betroffen von der Panne ist die Bürgermeisterwahl. Die vier Vorschläge hatten die gestrengen Augen des Wahlausschusses anstandslos passiert, CSU-Kandidat Andreas Gerloff steht eigens zur Wahl.we/hko