Aschau – „Die neue Spitze wird Spitze“. Professor Dr. Natascha Mehler (49) ist die neue Vorsitzende des Heimat- und Geschichtsvereins Aschau (HGV Aschau). Bei den außerordentlichen Wahlen im Saal des Chalet unter der Leitung von Bürgermeister Peter Solnar wurde sie einstimmig zur Nachfolgerin von Dr. Ulrich Feldmann gewählt.
Dr. Feldmann führte den Verein elf Jahre lang. Thomas Bauer (53) wurde von der Versammlung zum Stellvertreter gewählt. Der bisherige Amtsinhaber und Gründer des Vereins Wolfgang Bude stellte sich nach 35 Jahren nicht mehr zur Wahl. Martina Stoib rückte als Beisitzerin in den Vorstand nach.
Dr. Natascha Mehler ist nach Dr. Hans Stocker, Hans Rucker und Dr. Ulrich Feldmann die vierte Vorsitzende in der 35-jährigen Geschichte des Vereins.
Sie stammt ursprünglich aus dem Kreis Cham, lehrt Archäologie an der Universität in München und zog mit ihrer Familie vor sieben Jahren nach Aschau. Hier engagierte sich die Archäologin und Historikerin schon bald in der Vorstandschaft des Heimat- und Geschichtsvereins.
Thomas Bauer kennt als geborener Aschauer den Verein und seine Aufgaben, er war bereits einmal in der Vorstandschaft tätig. Nach einer mehrjährigen Pause bewarb er sich um das Amt des Zweiten Vorsitzenden. Thomas Bauer ist bei der staatlichen Verwaltung der Schlösser, Gärten und Seen in Prien tätig. Auch die neu gewählte Beisitzerin Martina Stoib ist ausgebildete Historikerin, sie ist dem Verein seit der Landesausstellung 2008 verbunden, bei der sie als Führerin durch die Sammlungen tätig war. Seit dieser Zeit wirkt sie als ständige Schlossführerin für den Verein.
„Aschau wäre nicht Aschau ohne den Heimat- und Geschichtsverein und den Verein gäbe es nicht ohne Wolfgang Bude. Er war seiner Zeit immer voraus“. Bürgermeister Peter Solnar nannte den scheidenden Vereinsgründer Wolfgang Bude einen Visionär und Träumer, der es – unter Einbindung aller Stellen – stets verstanden habe seine Visionen in die Realität umzusetzen und die notwendigen Mittel dafür zu beschaffen. Die besten Beispiele dafür seien wohl die Landesausstellung 2008, die Chronik von Aschau in 22 Bänden oder die zahllosen Veranstaltungen rund um das 400-jährige Heilige Grab im vergangenen Jahr.
Rückblick
auf 35 Jahre
Mit vielen Bildern aus 35 Jahren verabschiedete sich Wolfgang Bude von den Vereinsmitgliedern. Drei Vorsitzende und drei Bürgermeister habe er während seiner Vorstandstätigkeit „verschlissen“, 15 große Ausstellungen und 16 Silvesterkonzerte durchgeführt, 38 Publikationen verfasst, die Aschauer Chronik mit ihren 22 Einzelbänden angestoßen, ein Dutzend Denkmäler und Bildstöckl im Gemeindebereich neu geschaffen oder restauriert und den Grundstein für die umfangreiche heimatkundliche Sammlung des Vereins geschaffen. Auf seine Initiative hin öffnete sich 1988 das Schloss Hohenaschau für die Bevölkerung, die ersten Führungen waren damit möglich. Höhepunkt sei dabei die Landesausstellung 2008 gewesen, bei der über 100000 Besucher durch die Räume im Schloss geführt wurden. Die Restaurierung des Laubensaales und die weitere Öffnung für alle Interessierten waren zusätzliche Höhepunkte in der Vereinsgeschichte.
Leider sei es ihm nicht mehr vergönnt gewesen, eine große Dauerausstellung unter Einbeziehung großer Teile des historischen Schlosses auf dem Burgberg durchzusetzen. Das Auferstehungsspiel mit 140 teilnehmenden Schauspielern und Statisten und das Spiel um Pankraz von Freyberg habe die Aschauer im Vorfeld zur Landesausstellung mit ihrer Geschichte vertraut gemacht.
Für das Gesamtspektaculum zum Heiligen Grab mit vielen Gottesdiensten, Theateraufführungen, Konzerten und Führungen erhielt der Verein im vergangenen Jahr zum zweiten Mal nach 2009 den Kultursonderpreis des Landkreises Rosenheim.reh