Schechen investiert in Musikunterricht

von Redaktion

Gemeinde übernimmt Defizit der Musikschule in Höhe von 20000 Euro

Schechen – Über 20000 Euro Zuschuss für die Musikschule? Über diese Frage hat der Gemeinderat Schechen in seiner vergangenen Sitzung diskutiert.

Klavier, Trompete oder Gitarre spielen zu können, ist eine tolle Sache. Insbesondere für Kinder ist eine musikalische Ausbildung wichtig. Sie fördert die Sinne, unterstützt die Sozialkompetenz und macht besonders in der Gruppe Spaß. Deswegen soll das Erlernen eines Instruments für alle möglich sein – egal, wo sie wohnen und wie viel Geld die Eltern haben.

Die Musikschule Rosenheim als eingetragener Verein hat sich dieses Ziel zur Aufgabe gesetzt und ist in vielen Orten im Landkreis vertreten. In Schechen hat sie sogar eine Außenstelle. In einem Vertrag ist geregelt, wie zum Beispiel die jährlichen Zuwendungen festgelegt werden.

Defizit steigt auf
über 21000 Euro

Die Gemeinde kommt für das finanzielle Defizit der Musikschule auf, damit diese die Musikstunden zu sozialgerechten Preisen anbieten kann. Doch der Zuschuss, den die Schule braucht, ist erneut deutlich gestiegen: von gut 16000 Euro im vergangenen Jahr auf über 21000 Euro.

Den Hintergrund verdeutlichten Schulleiter Gottfried Hartl und Vereinsvorsitzender Peter Rutz.

Sie erklärten, dass die Musiklehrer der Musikschule ohne Tarifbindung beschäftigt seien. Ein Vorteil, wenn Gemeinden ihre kommunale Aufgabe der musikalischen Bildung an einen Verein übertragen – eine kommunale Musikschule müsste ihre Lehrer nach Tarif bezahlen. Mittelfristig will man nun aber auch an der Musikschule die Löhne in Richtung Tarif-Niveau erhöhen. Außerdem seien die Wochenstunden in Schechen von 39,5 auf 41 gestiegen und die Schülerzahlen von 101 auf 109 gewachsen.

Von der Stadt Rosenheim hat die Musikschule bereits einen Zuschuss von rund 100000 Euro zugesichert bekommen – allerdings mit der Auflage, auf eine entsprechende Beteiligung der Mitgliedsgemeinden hinzuwirken.

Auch bekommt die Musikschule einen Zuschuss vom Freistaat, der allerdings wegfällt, sollte die Schule die Gebühren für die Musikschüler zu stark erhöhen. Damit bleibt für das Jahr 2020 ein Defizit von 21578 Euro, das die Gemeinde Schechen tragen müsste.

„Beim Thema Bildung
nicht nur reden“

Schechens Bürgermeister Hans Holzmeier (CSU) erklärte, dass kommunale Musiklehrer in der Regel in die Entgeltstufe 9b im Tarifvertrag für den Öffentlichen Dienst eingestuft würden. Da sei die Bezahlung schon „nicht rosig“. Die Gehälter der Musikschullehrer lägen nochmals 25 Prozent drunter. „Wir dürfen nicht immer nur darüber reden, wie wichtig Bildung ist, und dann zögern, wenn wir Geld in die Hand nehmen sollen“, meinte er. Es sei ja durchweg positiv, dass die Preise für die Eltern niedrig seien.

Andreas Rausch (CSU) betonte, dass ihm über 2000 Euro zu viel seien für einen Vereinszuschuss. Vereinsvorsitzender Rutz erklärte, dass man kein normaler Verein sei, sondern das Modell nur eingesetzt werde, um den Gemeinden bei ihrer Pflichtaufgabe Bildung Geld zu sparen. Holzmeier bot an, in die kommende Haushaltssatzung 5000 Euro für die Sportplatzpflege aufzunehmen, damit es nicht heiße, man tue für andere Vereine zu wenig. Maria Ganslmaier-Hainzl (Parteifreie) unterstrich: „Wir wollen ja nicht, dass dann jemand schwarz Unterricht gibt.

Es soll schließlich bezahlbar sein.“ Stephan Dialler (Parteifreie) betonte, dass man nicht zulasten des Personals sparen sollte. Das sah der Großteil des Gemeinderats ebenso. Mit einer Gegenstimme wurde der Zuschuss bewilligt.

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