Auch mit 91 Jahren noch von Sturm, Regen und Sonnenschein begeistert

von Redaktion

Wetterbeobachter Simon Bauer aus Aschau erhält Wetterdienstplakette für 25-jährigen Einsatz

Aschau – 25 Jahre ehrenamtlicher Wetterbeobachter. Simon Bauer, 91 Jahre, aus Stein erhielt für seine langjährige Tätigkeit die Wetterdienstplakette mit einer Urkunde – unterschrieben vom Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer. Verliehen wurde diese von Detlef Aßmann, Leiter der regionalen Messnetzgruppe des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in München.

„Wetterbeobachter ist ein Ehrenamt, das in der Gemeinde keiner so richtig mitbekommt“, so Aßmann. „Für uns beim DWD sind diese ehrenamtlichen Wetterbeobachter jedoch verlässliche Kollegen und unverzichtbarer Bestandteil des Netzes zur Wetterbeobachtung“. 25-jährige Jubiläen seien dabei nicht an der Tagesordnung, kämen aber durchaus vor. Es sei nicht jedermanns Sache um sechs Uhr morgens die erste Messung zu machen und spät abends die letzte, Sommer wie Winter und 365 Tage im Jahr.

Die Familie müsse dabei mitmachen, sonst ließen sich so viele Aufgaben nicht über Jahre ausführen.

In den vergangenen Jahren habe Simon Bauer grob geschätzt 9000 Einzeltätigkeiten wahrgenommen, habe Niederschläge und Schneehöhen gemessen, Sonnenstunden gezählt, Windstärken und Gewitter aufgezeichnet. Dabei gebe es noch Abstufungen in der Intensität des Ereignisses: von Regen-Stufe eins bis zum Regen der Stufe drei.

Alle Ergebnisse schickte er fein säuberlich zur Zentralstelle nach München, wo sie für die große Wetterkarte verwendet wurden. Mit dieser Arbeit leistete er einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Wettervorhersage und Klimaüberwachung. Letztendlich profitieren alle Bürger in Deutschland davon, denn die Auswirkungen des Wetters betreffen jeden einzelnen.

In den letzten Jahren sei die Arbeit durch die Automatisierung der Stationen und die direkte Anbindung an die Zentralstelle etwas einfacher geworden, doch manche Messungen müssten immer noch von Hand durchgeführt werden. „Der beste Computer kann schließlich kein Loch in den Schnee graben, um die Schneehöhe zu ermitteln“. Die Wetterstation im Priental besteht seit 1917, erster Beobachter war der Förster in Grattenbach. Nach mehrfachem Wechsel zwischen Grattenbach und Stein kam die Station 1946 endgültig nach Stein und ist seitdem beim DWD für ihre Extremmeldungen bekannt.

„In Stein messen wir den meisten Regen, die Schneehöhen sind ebenfalls immer höher, als sonst irgendwo in der Region“. Bauer erzählte über ein paar interessante Daten aus seiner langen Erfahrung: „In den vergangenen 25 Jahren, seitdem ich messe, hatten wir insgesamt 52251 Liter Regen, das sind durchschnittlich 2090 Liter pro Jahr. Den meisten Regen gab es in Stein 1965 mit 3014 Litern, im ganzen Jahr, die geringsten Niederschläge hatten wir 1934 mit 1455 Litern. Im März 2002 hatten wir 2652 Liter, der trockenste Monat war einmal im November – da hat es überhaupt nicht geregnet. Wenn es richtig regnet fallen an einem Tag bis zu 176 Liter vom Himmel. Wenn es schneit – und in Stein schneit es immer mehr als sonst irgendwo – kommen weit über sechs Meter Schnee zusammen, es kommt vor, dass an einem einzigen Tag 64 Zentimeter Schnee fallen, der Rekord war im Jahr 2009, da waren es 186 Zentimeter. Durchschnittlich haben wir an 150 Tagen eine geschlossenen Schneedecke.

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