Stephanskirchen – In den vergangenen 10000 Jahren konnten sich die Moore Bayerns nahezu ungestört entwickeln. Heute zählen sie zu den schönsten und wertvollsten Lebensräumen in Bayern. Diese Feuchtgebiete werden seit 100 bis 200 Jahren jedoch mehr und mehr entwässert. Nieder- sowie Hochmoore (in Oberbayern Filze genannt) sind oft die letzten Rückzugsorte für viele Insekten-, Reptilien-, Amphibien-, Vogel- und Säugetierarten die immer mehr schrumpfen. Diese sensiblen Bereiche in Stephanskirchen sind das Naturschutzgebiet Simssee, Ausläufer vom Litzlsee und die Westerndorfer- Simserfilze.
Moore leisten nebenbei einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz, denn sie bestehen zum großen Teil aus unzersetztem organischen Material. Sie speichern große Mengen an Kohlenstoff. In den wachsenden Torfmoosen und den sich daraus neuen entwickelnden Torfschichten wird das Treibhausgas Kohlendioxid aus der Atmosphäre in den Moorboden eingelagert und dauerhaft fixiert.
Werden Moore jedoch entwässert und genutzt, beginnt der Torf sich zu zersetzen und CO2 wird freigesetzt. Um die Freisetzung des Treibhausgases CO2 zu reduzieren, werden im Rahmen des Klimaprogramms Bayern 2050 Moore wieder vernässt. Renaturierte und aktive Hochmoore können bis zu 15 Tonnen CO2/pro Hektar/pro Jahr einlagern.
Die Ausstellung „Moore, Vielfalt, Oberbayern“ im Rahmen des Klimaschutzprogramms Bayern 2050 (Klip2050) gibt einen Überblick über die Entwicklung der Moore Bayerns und informiert über Bayerns Beitrag zum Moorschutz.
Fachfrau Bärbel Gänzle wird in der Gemeinderatssitzung am Dienstag, 18. Februar, um 18.30 Uhr, über die Wichtigkeit der Moore referieren.
Diese Wanderausstellung ist zu den Rathausöffnungszeiten noch bis Montag, 2. März, zu sehen.